Vatikan stellt klar: Kein Gespräch mit Frei Betto

Vatikanstadt (DT/KNA) Der Vatikan hat klargestellt, dass der brasilianische Befreiungstheologe Frei Betto (69) von Papst Franziskus nicht zu einem Gespräch empfangen wurde. Es habe am Mittwoch nur eine „sehr kurze Begegnung“ der beiden am Ende der Generalaudienz auf dem Petersplatz stattgefunden, heißt es in einer Klarstellung, die der „Osservatore Romano“ am Samstag veröffentlichte. Betto war demnach nur einer von Dutzenden Teilnehmern, die der Papst zum Abschluss der wöchentlichen Generalaudienzen kurz persönlich begrüßte. Franziskus habe sich darauf beschränkt, Frei zuzuhören und ihn zu begrüßen, so die päpstliche Zeitung. Der Vatikan reagierte damit auf mehrere Interviews, in denen Betto zuvor den Eindruck erweckt hatte, ein längeres Gespräch mit dem Papst geführt zu haben. Der Dominikanerpater will Franziskus nach eigener Darstellung darum gebeten haben, Giordano Bruno (1548–1600) und den mittelalterlichen deutschen Mystiker Meister Eckhart (1260–1328) zu rehabilitieren. Franziskus soll daraufhin laut Betto geantwortet haben, er bete für die beiden und er, Betto, sollte dies auch tun. Dadurch entstand in manchen Berichten der Eindruck, der Papst selbst strebe eine kirchliche Rehabilitierung Brunos an, der im Jahr 1600 nach einem Urteil der Inquisition in Rom als Ketzer verbrannt wurde.