Vatikan präzisiert Linien zur Priesterausbildung

Vatikanstadt (DT/KNA) Der Vatikan ist der Darstellung entgegengetreten, Homosexuelle seien generell vom Priesteramt ausgeschlossen. Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ veröffentlichte am Sonntag einen Gastbeitrag, der eine solche Interpretation der neuen Richtlinien für die Priesterausbildung zurückweist. Gefordert sei vielmehr eine differenzierte Einzelfallprüfung, schreibt der amerikanische Theologe Louis Cameli. Die Nichtzulassung von praktizierenden Homosexuellen und Unterstützern der Homosexuellen-Bewegung vom Priesteramt bedürfe keiner weiteren Erläuterung, heißt es in dem Artikel. Interpretationsbedürftig sei, was unter „tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen“ zu verstehen sei. Gemeint sei hiermit, dass die homosexuelle Veranlagung zentral für Identität und Verhalten eines Mannes sei. Dies sei der Fall, wenn ein Mann sich und seine Außenwelt nur aus dem Blickwinkel seiner Homosexualität wahrnehme. Gleiches gelte, wenn die Beziehungsfähigkeit gestört sei, ein reifes Verhalten gegenüber Frauen unmöglich und das Verhältnis zu Männern stets erotisch aufgeladen sei. Nicht von dem Ausschluss betroffen seien auch Männer, in deren Leben Homosexualität nur ein vorübergehendes Phänomen in der Phase des Erwachsenwerdens gewesen sei, so Cameli weiter. Cameli ist Mitautor der Richtlinien zur Priesterausbildung der amerikanischen Bischofskonferenz.