Vatikan fordert intensiveren Kampf gegen Aids

Vatikanstadt (DT/KNA) Der Vatikan hat die Weltgemeinschaft zu verstärkten Bemühungen im Kampf gegen Aids aufgerufen. Zugleich forderte der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Celestino Migliore, eine größere Wertegebundenheit bei Präventionsmaßnahmen. Die internationale Gemeinschaft müsse dafür Sorge tragen, dass allen Menschen ein gleichberechtigter und dauerhafter Zugang zu Arzneimitteln gegen die Immunschwächekrankheit ermöglicht werde, heißt es in einer am Montag vom Vatikan verbreiteten Rede Migliores. Ein Scheitern dieser Bemühungen brächte nicht nur den Erkrankten und deren Familien ein „unermessliches Verderben“, sagte Migliore vor der 64. Vollversammlung der Vereinten Nationen. Er verwies auch auf gravierende Konsequenzen für die Gesundheit und das Sozial- und Wirtschaftsleben der ganzen Weltgemeinschaft. Jeden Tag würden 7 400 Personen mit dem HI-Virus infiziert, so Migliore. Weiter hob der Diplomat hervor, dass medizinisches Wissen und eine Verstärkung der Hilfe allein für eine Bekämpfung der tieferen Ursachen von Aids nicht ausreichten. Notwendig sei auch eine werteorientierte Vermittlung von Sexualität. Es gehe um eine „spirituelle und menschliche Erneuerung“, die zu einer Verhaltensänderung führe. Migliore kritisierte, in der Vergangenheit habe die Strategie gegen Aids mitunter mehr auf Ideologie als auf Wissenschaft und Werte gesetzt. Auch nach Aussagen von Fachleuten könne die Verbreitung des HI-Virus nur dann wirksam eingedämmt werden, wenn die Vorbeugung die „Würde der menschlichen Natur und das ihr eigene moralische Gesetz“ einbeziehe. Besorgt äußerte sich der Erzbischof über den mangelnden Zugang zu Aids-Medikamenten in armen und abgelegenen Regionen.