Vatikan: Kurienreform vor Abschluss

Ein Entwurf für einen Erlass zum Abschluss der Kurienreform liegt vor. Der Text wurde vom Kardinalsrat "K9" Anfang der Woche diskutiert.

Petersdom und Petersplatz
Schwerpunkte des Erlasses sollen auf der Rolle der Kurie als Dienstorgan für den Papst und die Ortskirchen und auf dem seelsorglichen Charakter der Kurientätigkeiten liegen. Foto: Paul Haring (KNA)

Die von Papst Franziskus unternommene Kurienreform steht vor dem Abschluss. Ein Entwurf für einen entsprechenden Erlass liege jetzt vor, teilte Vatikansprecher Greg Burke am Mittwoch mit. Der Text sei vom zuständigen Kardinalsrat "K9", einem vom Papst eigens berufenen internationalen Beraterkreis von neun Kardinälen, während seines jüngsten Treffens von Montag bis Mittwoch diskutiert worden.

Das neue Dokument, eine sogenannte Apostolische Konstitution, soll die bisher gültige Kurienordnung "Pastor Bonus" von 1988 ablösen. Franziskus hatte den Reformprozess kurz nach seiner Wahl 2013 auf den Weg gebracht. Titel und Umfang der neuen Kurienordnung sind noch unbekannt. Die Endfassung des Entwurfs werde noch etwas Zeit erfordern, sagte Burke; der von den Kardinälen zu verabschiedende Text werde dann dem Papst übergeben. Alle Themenfelder des Dokuments seien inzwischen abgearbeitet.

Schwerpunkte des Erlasses sollen auf der Rolle der Kurie als Dienstorgan für den Papst und die Ortskirchen und auf dem seelsorglichen Charakter der Kurientätigkeiten liegen. Weitere Akzente sind laut Vatikansprecher Burke eine neu geschaffene Sektion des Staatssekretariats, die für die Kontakte zu den päpstlichen Botschaften zuständig sein soll, und die Ausrichtung der zentralen Kirchenverwaltung auf den Verkündigungsdienst der Kirche.

Das nächste Treffen des Kardinalsrats für die Kurienreform findet nach Vatikanangaben vom 11. bis 13. Juni in Rom statt.