„Vater der Armen“

Zum Gedenktag des heiligen Martin Porres am 3. November. Von Katrin Krips-Schmidt

Martin von Porres (1579–1639) genoss schon zu Lebzeiten als „Vater der Armen“ hohe Verehrung. Er wurde am 9. Dezember 1579 in Lima in Peru geboren. Sein Vater war Don Juan de Porres, ein spanischer Edelmann, der in den Diensten des spanischen Königs Philipp II. stand, seine Mutter war eine schwarze ehemalige Sklavin panamaischer Herkunft, die ihn christlich erzog. Wie damals üblich, endete die „Mésalliance“ seiner Eltern nicht vor dem Traualtar. Martin war ein uneheliches Kind und litt sehr darunter.

Als Jugendlicher erlernte er den Beruf des Baders, wozu im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit Fertigkeiten wie Körperpflege und Kosmetik, aber auch kleine chirurgische Eingriffe gehörten. Mit fünfzehn Jahren gab er diese Tätigkeit auf und trat in das Dominikanerkloster „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ als Dominikanertertiar ein, um demütig einfache Dienste zu übernehmen: so fegte er etwa den Boden. Daher wird der Heilige auf Bildern oft mit einem Besen dargestellt. Aber er kümmerte sich auch um die Krankenstation im Kloster, ging hinaus auf die Straßen der Stadt, um dort Arme und Pflegebedürftige aufzusuchen und sie zu betreuen, manche brachte er sogar mit in seine Zelle. Auch Wunderheilungen wurden ihm zugeschrieben. Er nahm sich der aus Afrika verschleppten Sklaven an und wirkte maßgeblich mit an der Gründung eines Waisenhauses. Und er pflegte den Kontakt zu der Dominikanerin Rosa von Lima (1586–1617).

Als Mulatte stand er in der sozialen Rangordnung noch tiefer als die indigene Bevölkerung und die Schwarzen, so dass er die Priesterweihe nicht empfangen konnte. Doch mit 24 Jahren wurde er in den Ersten Orden der Dominikaner berufen, wo er die Ordensgelübde ablegte.

Es heißt über ihn, er habe, wie Karl Borromäus und Pater Pio, die Gabe der Bilokation besessen – die Fähigkeit, an zwei Orten gleichzeitig zu erscheinen, sowie die Gabe der Prophetie. Seine außerordentliche Askese ist verbürgt. Brot hat er nur wenig gegessen, außer Wasser nichts anderes getrunken. Zudem schlief er nur sehr wenig und auf dem Fußboden. Martin von Porres starb am 3. November 1639 an den Folgen einer Typhuserkrankung.

1837 wurde Martin selig-, und am 6. Mai 1962 von Johannes XXIII., der ihn als „Martin der Nächstenliebe“ bezeichnete, als erster Farbiger Amerikas heiliggesprochen. Er wird als Patron der Friseure und der Laienbrüder verehrt.