Unverwechselbarer Lebensentwurf

Kirche: Stärkere Anstrengungen zur Stützung von Ehen nötig

Freiburg (DT/KNA) Stärkere Anstrengungen zur Stützung von Ehen fordert die katholische Kirche. Am katholischen Familiensonntag erklärte der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, die Qualität der Paarbeziehung habe hohe Bedeutung für die Bereitschaft, eine Familie mit Kindern zu gründen. Das werde in der öffentlichen Diskussion über die niedrige Geburtenrate fast völlig vernachlässigt, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

Gesellschaftliche Bedeutung der Ehe hervorgehoben

Der Erzbischof verwies auf eine enorme gesellschaftliche Bedeutung der Ehe: „Der hohe Preis – in erster Linie zwischenmenschlich und psychisch, aber auch finanziell –, der für das Scheitern einer Ehe gezahlt werden muss, wird in der Öffentlichkeit nahezu ignoriert.“ Hier brauche es ein Umdenken: „Wo Ehepartner lernen, respektvoll miteinander zu kommunizieren, einander zu verzeihen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen, da fühlen sich auch Kinder sicher und geborgen, da entsteht der notwendige Nährboden für eine friedliche und solidarische Gesellschaft.“ Zollitsch verwies in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen kirchlichen Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen. Der katholische Familienbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst appellierte an die Arbeitgeber, die Arbeitswelt familienfreundlicher zu gestalten. Familien bräuchten größere Flexibilität bei der Gestaltung der Beschäftigungsverhältnisse, sagte er im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Limburg.

Familienarbeit wird viel zu wenig geachtet

Gefordert sei auch die Kirche als Arbeitgeber. Ehe und Familie seien auch in der gegenwärtigen Gesellschaft von größter Bedeutung. Notwendig sei ein Bewusstseinswandel: „Familienarbeit ist wertvoll und wird viel zu wenig geachtet.“ Mit Blick auf die Debatte zur Aufwertung homosexueller Lebensgemeinschaften sagte Tebartz-van Elst, Ehe und Familie stellten nach kirchlichem Verständnis einen unverwechselbaren Lebensentwurf dar, der „nicht mit anderen gleichgesetzt werden darf“.