„Unmoralischer Akt“

Jerusalemer Kirchenführer fordern Ende der Gaza-Blockade

Jerusalem (DT/KNA) Die Kirchenführer des Heiligen Landes fordern gemeinsam ein Ende der Wirtschaftsblockade des Gazastreifens. „Im Namen Gottes“ appellierten sie am Dienstag an die israelische Führung, Lebensmittel-, Treibstoff- und Arznei-Lieferungen in das Hamas-kontrollierte Palästinensergebiet zuzulassen. Israel hatte den Gazastreifen vor einer Woche unter Verweis auf anhaltenden Beschuss seines Grenzgebietes durch militante Palästinenser vollständig abgeriegelt. Aufgrund internationalen Drucks wurde die Blockade am Dienstag vorübergehend für begrenzte Nahrungsmittel- und Medikamententransporte aufgehoben. In dem Appell, den das Koordinationsbüro der dreizehn Kirchenführer Jerusalems veröffentlichte, verurteilen sie die israelische Blockadepolitik als „illegale Kollektivstrafe“ und „unmoralischen Akt“.

Die eineinhalb Millionen Einwohner Gazas seien ohne ausreichende Nahrungsmittel und Medizin; 800 000 hätten aufgrund des Treibstoffmangels keinen Strom mehr. Das einzige Kraftwerk für Gaza-Stadt hat am Montag wegen Rohstoffmangels seine Arbeit eingestellt. Kinder und Zivilisten der Grundversorgung zu berauben, bringe keine Sicherheit, sondern treibe die Region in einen weiteren Verfall, unterstreichen die Kirchenführer. Auch eine Blockade werde den Raketenbeschuss nicht stoppen, sondern lasse im Gegenteil Bitterkeit und Rachegefühle wachsen. Nur echter Frieden werde Israel Sicherheit bringen. Gleichzeitig drängen die Kirchenführer die zerstrittenen palästinensischen Gruppierungen Fatah und Hamas, ihre Auseinandersetzungen „um ihres Volkes willen“ zu beenden. Die Menschen hätten „genug gelitten“.

An die Verantwortlichen für den Raketenbeschuss gerichtet heißt es, ihre Aktionen verfestigten nur die internationale Meinung, dass die Blockade berechtigt sei. Das Koordinierungsbüro der Jerusalemer Kirchenführer vertritt unter anderem die griechisch-orthodoxe, die lateinisch-katholische, die lutherische, armenische und anglikanische Kirche im Heiligen Land.