US-Erzbistum geht gegen Versicherer vor

Minneapolis (DT/KNA) Das US-Erzbistum Saint Paul und Minneapolis klagt vor einem Bundesgericht gegen acht Versicherungen, die Kosten für sexuellen Missbrauch nicht erstatten wollen. Erzbischof John Nienstedt erklärte laut der Zeitung „Minneapolis Star“ (Onlineausgabe Dienstagabend), der juristische Druck solle Versicherungsunternehmen „ermutigen“, faire Einigungen mit den Opfern zu erzielen. Laut dem Bericht steht das Erzbistum vor mindestens zwanzig Missbrauchsklagen. Erst zwei Verfahren wurden nach Kirchenangaben bislang abgeschlossen. Vergangene Woche hatte Erzbischof Nienstedt bekanntgegeben, eventuell Konkurs anzumelden, um unter Insolvenzrecht das Kirchenvermögen gleichmäßig an Missbrauchsopfer verteilen zu können. Dem „Minneapolis Star“ zufolge lehnten die Versicherer eine Kostenübernahme für Missbrauchsfälle mit dem Argument ab, es handele sich nicht um „Unfälle“ oder andere abgedeckte Schadensereignisse. Kleriker, die Minderjährige sexuell missbrauchten, hätten eine Schädigung ihrer Opfer in Kauf genommen oder beabsichtigt. Der Anwalt Jeff Anderson, der Missbrauchsopfer gegen das Erzbistum Saint Paul und Minneapolis vertritt, stellte sich hinter das Vorgehen Nienstedts. Die Kirchenleitung erhalte von den Versicherungsgesellschaften nicht „die Mitwirkung, die das Erzbistum und die Opfer verdienen“.