Treue zum Plan Gottes

Wie Johannes Paul II. die kirchliche Lehre für wiederverheiratete Geschiedene bekräftigte

Ein festes Fundament

Im Reichtum der Beiträge, der Berichte, der Schlussfolgerungen dieser Synode, die sich entlang zweier Leitlinien wie auf Angelpunkten bewegt hat, und zwar der Treue zum Plan Gottes in Bezug auf die Familie und der seelsorgerischen Praxis, die sich durch barmherzige Liebe und die Achtung auszeichnen, die den Menschen zusteht, die in der ihr „Sein“ und ihr „Leben“ betreffenden Gesamtheit betrachtet werden – in all dem Reichtum, wie wir sagten, der einen Grund großer Bewunderung für uns darstellt, gibt es einige Teilbereiche, die auf besondere Weise die Aufmerksamkeit der Synodenväter auf sich gezogen haben. Sie waren sich in der Tat bewusst, Vermittler der Erwartungen und Hoffnungen vieler Eheleute und vieler Familien zu sein.

Es ist zweckmäßig, diese Probleme unter den Arbeiten der Synode in Erinnerung zu rufen und ihre sorgfältig erfolgte Vertiefung kennenzulernen. Es handelt sich um die lehramtliche und seelsorgliche Untersuchung von Fragen, die – auch wenn sie nicht die einzigen waren, die bei den Diskussionen dieser Synode behandelt wurden – doch von besonderer Bedeutung waren, denn es ist auf aufrichtige und freie Weise über sie gesprochen worden.

So entsteht jene Situation, die sich aus den Weisungen ergibt, welche die Synode unter Berücksichtigung des typisch christliche Elements, demzufolge Ehe und Familie als Geschenk der göttlichen Liebe anzusehen sind, klar und nachdrücklich zu den genannten Fragen gemacht hat.

Daher lobt die Synode, wenn sie über den seelsorgerischen Dienst an denen spricht, die nach der Scheidung eine neue Verbindung eingegangen sind, jene Eheleute, die – auch wenn sie unter großen Schwierigkeiten leiden – in ihrem Leben dennoch die Unauflöslichkeit der Ehe bezeugt haben. Ihrem Leben ist ein wertvolles Zeugnis der Treue zu der Liebe zu entnehmen, die in Christus ihre Kraft und ihre Grundlage hat.

Während die Synodenväter die Unauflöslichkeit der Ehe sowie die Praxis der Kirche bestätigen, die Geschiedenen, die vorschriftswidrig eine neue Ehe eingegangen sind, nicht zum Empfang der Kommunion zuzulassen, fordern sie die Hirten und die ganze christliche Gemeinschaft dazu auf, diesen Brüdern und Schwestern zu helfen, sich nicht von der Kirche getrennt zu fühlen, und nicht nur das, sondern kraft der Taufe können und müssen sie durch das Gebet, durch Hören auf das Wort, durch Teilnahme an der Eucharistiefeier der Gemeinschaft sowie durch die Förderung von Nächstenliebe und Gerechtigkeit am Leben der Kirche teilhaben.

Auch wenn nicht negiert werden darf, dass diese Menschen unter bestimmten Bedingungen das Bußsakrament und dann die Kommunion empfangen können, wenn sie sich ehrlich zu einer Lebensform bekennen, die nicht im Gegensatz zur Unauflöslichkeit der Ehe steht – wenn sich also der Mann und die Frau, die der Verpflichtung zum Getrenntsein nicht nachkommen können, dazu verpflichten, in voller Enthaltsamkeit zu leben, also auf die den Eheleuten vorbehaltenen Akte zu verzichten, und wenn es keinen Grund zur Empörung gibt – möge die Vorenthaltung der sakramentalen Versöhnung mit Gott sie dennoch nicht von der Standhaftigkeit im Gebet, von der Buße und von der Nächstenliebe ablenken, auf dass sie die Gnade der Umkehr und des Heils erlangen können. Es ist gut, wenn sich die Kirche dadurch, dass sie für sie betet und sie im Glauben und in der Hoffnung unterstützt, als barmherzige Mutter zeigt.

Aus der Predigt von Papst Johannes Paul II. zum Abschluss der 5. Generalversammlung der Bischofssynode (25. Oktober 1980).

Übersetzung von Claudia Reimüller