Theologen fordern Ausschluss der AfD vom Katholikentag

In einer in Münster veröffentlichten Erklärung fordern 47 Unterzeichner, unter ihnen zahlreiche Theologen, den kirchenpolitischen Sprecher der AfD vom Katholikentag im Mai auszuladen. Die Politik der AfD sei für Christen unannehmbar, heißt es.

Afd-Pressekonferenz zu Umgang der Kirchen
Jörg Meuthen (l), Bundesvorsitzender der Partei Alternative für Deutschland (AfD), und Armin-Paul Hampel, AfD-Vorstandsmitglied, äußern sich am 29.05.2017 bei einer Pressekonferenz in Berlin über den Umgang der Kirchen mit der AfD. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++(c) dpa - Bild... Foto: Bernd von Jutrczenka (dpa)

Theologen aus ganz Deutschland kritisieren die Einladung der AfD zum Katholikentag in Münster. „Die Einladung des AfD-Vertreters stellt eine Normalisierung einer menschenfeindlichen und hasserfüllten Politik dar“, heißt es in einer am Montag in Münster veröffentlichten Erklärung. Die 47 Unterzeichner fordern, den kirchenpolitischen Sprecher der AfD, Volker Münz, vom Katholikentag auszuladen. Die Politik der Partei sei für Christen unannehmbar und überschreite eine rote Linie.

Bisher habe sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) klar von der AfD abgegrenzt, heißt es. So gab es 2016 beim Katholikentag in Leipzig keine Einladung an einen AfD-Politiker. Mit der Einladung breche das ZdK mit dieser Linie und vermittele, dass die AfD jetzt akzeptabel sei. Für Christen legitimiere der Einzug der Partei in den Bundestag aber „auf keinen Fall die Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts“. Als Mitglied des rechten Parteiflügels unterstützt Münz nach Auffassung der Unterzeichner die Radikalisierung der AfD. Seine Einladung delegitimiere den Katholikentag in der öffentlichen Wahrnehmung. „Nicht die AfD wird zum Opfer, wenn sie vom Katholikentag ausgeladen wird, sondern bei ihrem Auftritt werden es all diejenigen, die unter Rechtsextremismus, Nationalismus und Sexismus zu leiden haben.“

Initiatoren der Erklärung sind die Theologen Philipp Geitzhaus (Münster), Jan Herbst (Dortmund), Christoph Holbein (Essen), Julia Lis (Münster), Gregor Taxacher (Dortmund) und Judith Wüllhorst (Münster). Münz soll beim 101. Katholikentag in Münster an einer Podiumsveranstaltung mitwirken, zu der die kirchenpolitischen Sprecher aller Fraktionen eingeladen sind. Auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (siehe DT vom 15. März) sowie das Institut für Theologie und Politik in Münster hatten bereits die Ausladung von Münz gefordert.

DT/KNA