Tagesheiliger: 25. April: Der selige Mario Borzaga

Von Katrin Krips-Schmidt

Seliger Mario Borzaga. Foto: IN
Seliger Mario Borzaga. Foto: IN

Der selige Pater Mario Borzaga ist einer der siebzehn Märtyrer von Laos, die in dem südostasiatischen Staat zwischen 1954 und 1970 vor dem Hintergrund kommunistischer Guerillakämpfe aus religiösem Hass umgebracht wurden. Zu dieser Gruppe von Blutzeugen gehören neben Pater Borzaga zehn französische Missionspriester sowie vier laotische Katecheten, ein Priester und ein Laie.

Mario Borzaga wurde am 27. August 1932 in Trient in Italien als drittes von vier Geschwistern geboren. Mit elf Jahren trat er in das „Kleine Seminar“ ein. Schon mit sechzehn Jahren notierte er in seinen Tagebüchern, „Priester, Apostel, Missionar, Märtyrer“ werden zu wollen. 1952 fand er Aufnahme bei den „Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria“, einem Orden, der 1816 vom heiligen Eugen von Mazenod gegründet wurde. Als er 1956 seine ewigen Gelübde ablegte, schrieb er: „Derselbe Christus, der mich erwählt hat, gab Märtyrern ihren Mut. Sie waren Menschen wie ich, nutzlos und schwach; sie kämpften und gewannen. Auch ich bin für das Martyrium erwählt. Und wenn ich wirklich ein heiliger Priester werden will, kann ich mir nichts anderes wünschen.“ Nach der Priesterweihe, die Pater Borzaga am 24. Februar 1957 mit 24 Jahren empfing, wurde er mit weiteren italienischen Mitbrüdern schon im Herbst 1957 als Missionar in das Königreich Laos entsandt. Er war der jüngste der Gruppe. Nach einem Monat Überfahrt mit dem Schiff traf er in Paksane im Zentrum von Laos ein. Dort lernte er die Landessprache und machte sich mit der Kultur des Landes vertraut. Im Mai 1958 nahm er seine missionarische Tätigkeit auf, unterrichtete Taufbewerber und kümmerte sich um hilfsbedürftige Kranke. Ende des Jahres wurde er in das Bergdorf Kiucatian versetzt, von wo aus er die einheimischen Christen in den entlegenen Bergdörfern nur durch lange Fußmärsche erreichen konnte. Pater Borzaga wusste um die Gefährlichkeit seiner Lage. Kommunistische Freischärler trieben in der Gegend ihr Unwesen und hatten bereits Versorgungsmärsche der Bevölkerung überfallen sowie Missionare verschleppt und ermordet.

Am 24. April 1960 machte sich Pater Borzaga mit einem neunzehnjährigen Katecheten, Paul Thoj Xyooj, einem jungen Hmong, auf den Weg in das Dorf Ban Xua Phoua. Ab da verlor sich 40 Jahre lang die Spur der beiden. Erst Jahrzehnte später trauten sich ehemalige Guerillakämpfer, über das Geschehene zu berichten. Diese Zeugen erzählten, dass Pater Borzaga und sein Begleiter im Dorf Muang Met von kommunistischen Milizen aufgegriffen wurden. Als der Pater gefesselt wurde, rief sein Katechet: „Bringt ihn nicht um. Er ist ein guter Priester.“ Man führte die beiden aus dem Dorf. Einer der Soldaten gab zu Protokoll: „Wir zwangen sie ein Loch zu graben. Ich erschoss dann beide. […] Ohne zu zögern begruben wir sie.“ Pater Mario Borzaga wurde am 11. Dezember 2016 von Papst Franziskus in Vientiane zur Ehre der Altäre erhoben.