Tagesheiliger: 23. Juli: Der heilige Apollinaris

Der heilige Apollinaris war der erste Bischof von Ravenna in Italien, kurz nachdem Christus auf Erden lebte und wirkte. Die Überlieferung berichtet, dass er ein Schüler des heiligen Petrus war, der ihn nach Ravenna entsandte. Als er in Ravenna eintraf, fing er an, den Glauben zu predigen und Wunder zu wirken. Er heilte die Frau des Richters der Stadt, was dazu beitrug, ihre gesamte Familie zu bekehren, die er dann auch taufte. Aufgrund seiner außerordentlichen Taten, die er für Christus vollbrachte, wurde er gefangengenommen und zum heidnischen Tempel des Jupiter gebracht, damit er dort dem Götzen ein Opfer darbringe. Diesen Götzendienst lehnte er jedoch ab. Die Jupiter-Statue war mit Gold und Silber verziert, und er sagte, es sei besser, dieses Gold und Silber den Armen als den Dämonen zu geben. Er wurde aus der Stadt, das heißt, von seinem Bischofssitz, vertrieben, brutal geschlagen und anschließend halbtot am Meeresufer liegengelassen. Christen fanden ihn, nahmen ihn bei sich auf und versteckten ihn vor seinen Feinden. Sieben Monate brauchte er, um sich wieder zu erholen. Dann heilte er einen Adligen, der stumm war, und befreite eine Frau von einem unreinen Geist. Der unreine Geist in ihr schrie aus: „Hinfort mit dir, du Diener Gottes!“ Beim Anblick dieser Wunder bekehrten sich mehr als 500 Männer und glaubten an Jesus Christus.

Dann wurde er erneut inhaftiert, geschlagen und dazu gezwungen, auf glühenden Kohlen zu laufen. Anschließend vertrieben ihn die heidnischen Machthaber abermals aus der Stadt. Doch er verkündete weiterhin unausgesetzt Jesus Christus und evangelisierte das Volk. Der Herzog von Ravenna hatte eine Tochter, die sehr krank war. In seinem starken Wunsch, dass sie von der Krankheit genesen würde, bat er Apollinaris, zu ihm zu kommen und seine Tochter zu heilen. Als Apollinaris das Haus betrat, starb das junge Mädchen, und der Herzog fing an zu fluchen. Da sagte Apollinaris zu ihm: „Fürchte dich nicht, aber versprich mir, wenn das Mägdlein wieder aufersteht, dass du ihr nicht verbieten wirst, ihrem Schöpfer zu folgen.“ Der Herzog gab sein Ehrenwort, und während Apollinaris betete, kehrte das junge Mädchen wieder ins Leben zurück. Sie, ihre Mutter und viele weitere Menschen bekannten ihren Glauben an Jesus Christus und wurden getauft. Das Mädchen weihte ihre Jungfräulichkeit Gott. Noch einmal wurde Apollinaris verhaftet, und man befahl ihm, einem heidnischen Gott ein Opfer zu bringen, was er standhaft ablehnte. Angesichts seiner ständigen Verweigerung wurde er mit Messern geschlagen und dazu gezwungen, am Galgen zu leiden. Er wurde mit heißem Wasser verbrüht, das man in seine Wunden goss. Man legte ihn in Eisenketten und warf ihn in ein grausames Verlies. Nach viertägigem Leiden und ohne jegliche Nahrung wurde er auf ein Schiff verfrachtet und in die Verbannung nach Griechenland geschickt. Auf dem Meer erhob sich ein gewaltiges Unwetter, und fast alle kamen darin um, doch der Sturm verschonte Apollinaris ebenso wie jene, die er getauft hatte.

In Griechenland wirkte er weiterhin Wunder und predigte den Glauben an Jesus Christus. Letzten Endes wurde er noch einmal brutal zusammengeschlagen und nach Italien zurückgeschickt. Als er schließlich zu seinem Bischofssitz nach Ravenna zurückkehrte, wurde er erneut gefangengenommen. Man verlangte von ihm, Jupiter ein Opfer darzubringen. Doch Apollinaris verfluchte den Götzen, der sogleich einstürzte. Kaiser Vespasian erließ eine Verordnung, der zufolge alle Christen aus der Stadt verbannt werden sollten. Der heilige Bischof wurde einige Zeit verborgen gehalten, doch schließlich wurde er entdeckt und aufs äußerste misshandelt. Er lebte noch sieben Tage lang, in denen er prophezeite, dass die Verfolgungen noch zunehmen würden, doch die Kirche schließlich triumphieren werde. Sein Fest wird am 20. beziehungsweise am 23. Juli gefeiert.

Aus dem Englischen übersetzt

von Katrin Krips-Schmidt