Tagesheiliger: 22. April: Zwei Päpste und Märtyrer

Von Sr. Joseph-Marie Dunning

Am 22. April feiert die Kirche zwei heilige Märtyrerpäpste: den heiligen Soter, der im Jahr 170 und den heiligen Caius, der im Jahr 295 den Märtyrertod erlitt. Der heilige Soter wurde im Süden Italiens geboren und auf den Namen Concordius getauft. Als Nachfolger des heiligen Papstes Anicetus diente er der Kirche etwa vier Jahre auf dem Stuhle Petri. Sein Pontifikat fiel in eine Zeit, in der die Häresie der Montanisten in der Kirche für Verwirrung sorgte. Soter verteidigte entschlossen und mutig den wahren Glauben, vor allem gegen die Montanisten. Er schrieb auch einen an die italienischen Bischöfe gerichteten Brief über den Glauben an Jesus Christus.

Als Hirte und Vater zeigte er Mitgefühl für seine bedrängte Herde. Er ließ denen, die aufgrund ihres Glaubensbekenntnisses ins Exil geschickt worden waren, das Lebensnotwendige zukommen und unterstützte die Armen auf großzügige Weise. Wir wissen aus einem späten Brief, den der heilige Dionysius, der Bischof von Korinth, geschrieben hat, dass der heilige Soter, als in Korinth eine Hungersnot herrschte, Nahrungsmittel zusammen mit einem Brief schicken ließ, der den Gläubigen laut vorgelesen wurde. Wenn Pilger nach Rom kamen tat er alles, was in seinen Möglichkeiten stand, um ihnen zu helfen. Der heilige Soter erklärte während seiner Regierungszeit, dass am Gründonnerstag alle Gläubigen die heilige Kommunion empfangen sollten, außer denen, die im Stand der Sünde waren. Er erklärte auch, dass ein Eid, den jemand gegen das Gesetz geschworen habe, nicht geschützt sein solle. Der heilige Papst starb am 22. April 170 unter Marc Aurel den Märtyrertod.

Am selben Tag feiert die Kirche auch das Martyrium des heiligen Caius. Sein Bruder, der heilige Gabin, starb ebenfalls als Märtyrer. Die gottesfürchtigen Brüder kamen aus der Gegend von Dalmatien und waren mit Kaiser Diokletian verwandt. Caius folgte dem heiligen Eutychianus als Papst. Aufgrund der heftigen Verfolgungen waren die Christen gezwungen, sich in die Katakomben zurückzuziehen. Der heilige Caius musste sich selbst acht Jahre in einer Höhle verstecken. Er ermutigte einen gewissen Chromatius, Christen in seinem Haus Zuflucht zu gewähren, was dieser tat. Caius besuchte die Gläubigen dort, um sie zu ermutigen und in ihrer Treue zum Glauben zu stärken. Er erklärte ihnen, dass es in der christlichen Kirche sowohl Märtyrer als auch Bekenner gebe (diejenigen also, die ihren Glauben durch ihre Treue bekennen, aber keine Märtyrer sind). Diejenigen, die meinten, sie könnten den Folterqualen des Martyriums nicht standhalten, sollten sich im Haus von Chromatius verbergen, während die anderen auf die Straße gehen und größere Gefahr auf sich nehmen könnten.

Caius ist vielleicht am bekanntesten dafür, dass er während seiner Regierungszeit die Regeln für die Weihe festgelegt hat. Das heißt, bevor ein Mann zum Bischof geweiht wurde, musste er zunächst die verschiedenen niederen und höheren Ränge durchlaufen: Ostiarius, Lektor, Exorzist, Akolyth, Subdiakon, Diakon und Priester. Dies war in der Kirche schon seit der Zeit der Apostel als allgemein beobachtete Praxis verbreitet, doch Caius erläuterte diese Vorschriften und gemahnte an ihre Einhaltung. Das hieß im Besonderen, dass ein Mann nicht zum Bischof geweiht werden sollte, der nicht zunächst für eine vorgeschriebene Zeit in den niedrigeren Rängen gedient hatte. Caius verfasste auch ein wichtiges Schreiben über das Thema der Menschwerdung des Wortes.

Der heilige Caius und sein Bruder Gabin erlitten unter ihrem Verwandten Diokletian den Märtyrertod. Kurz nach Caius' Tod wurde an der Stelle des Hauses, in dem er gelebt hatte, eine Kirche zu seinen Ehren errichtet. In den folgenden Jahrhunderten verfiel die Kirche jedoch. Als 1622 der Leichnam des heilige Caius wiederentdeckt wurde, trug dies dazu bei, sein Andenken in den Herzen der Gläubigen neu zu beleben. 1631 ließ Papst Urban VIII. die Kirche des heiligen Caius neu erbauen, bereicherte sie mit den Reliquien des Heiligen und erhob sie zu einer der Stationskirchen in Rom.

Übersetzung aus dem Englischen

von Claudia Reimüller