Tagesheiliger: 21. Dezember: Der selige Peter Friedhofen

Von Claudia Kock

Seliger Peter Friedhofen. Foto: IN
Seliger Peter Friedhofen. Foto: IN

Seit 20 Jahren gibt es in der Villa St. Vincent in Trier eine Sozialküche, in der täglich etwa 75 bis 100 Menschen eine warme Mahlzeit bekommen. Sie wird geleitet von den „Barmherzigen Brüdern von Maria-Hilf“, aus deren Krankenhaus die Mahlzeiten geliefert werden. In einem Nebenraum der Sozialküche ist eine Ambulanz eingerichtet, in der Wohnungslose medizinisch versorgt werden. Um der zunehmenden Armut zu begegnen, gründete der Orden außerdem im Jahr 2012 die „Brüderstiftung Peter Friedhofen“, um Mittel bereitzustellen für schnelle und direkte Hilfe in Notlagen. Die Stiftung ist nach dem Ordensgründer, dem seligen Peter Friedhofen, benannt, dessen Gedenktag die Kirche am 21. Dezember feiert.

Peter Friedhofen wurde am 25. Februar 1819 im mittelrheinischen Weitersburg bei Vallendar als sechstes von sieben Kindern geboren. Der Vater starb im Jahr nach seiner Geburt, die Mutter acht Jahre später, so dass die Kinder als Waisen zurückblieben. Peter wuchs zusammen mit seinen beiden jüngsten Geschwistern bei der „guten Frau Bach“ auf, die ihnen eine christliche Erziehung gab. Er war von Kindheit an sehr fromm, betete häufig vor dem Bildnis der Unbefleckten Empfängnis und weihte sich schon in frühen Jahren der Gottesmutter. Er war Messdiener und empfing 1832 die erste Heilige Kommunion.

1834 begann Peter Friedhofen eine Ausbildung als Schornsteinfeger in Ahrweiler und zog dann einige Jahre als Wandergeselle durch das Land. Durch die Arbeit kam er in viele Häuser, wo er mit der sozialen Realität seiner Epoche konfrontiert wurde und die Not vieler Menschen erkannte, vor allem der Kranken. Schon länger hatte er sich für die Jugendarbeit eingesetzt und mit Unterstützung des Bischofs von Trier, Wilhelm Arnoldi, sogenannte „Aloisiusbruderschaften“ gegründet. Seine wahre Berufung erkannte er jedoch in der Krankenfürsorge, für die er einen Orden gründen wollte.

Der Bischof stand diesem Plan des Schornsteinfegers zunächst skeptisch gegenüber, gab jedoch seine Zustimmung, nachdem Peter Friedhofen ein Noviziat bei den Alexianern absolviert und von ihnen die Krankenpflege gelernt hatte. 1849 entstand in Weitersburg die erste Gemeinschaft der „Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf“; zwei Jahre später wurde ihr Sitz nach Koblenz verlegt, wo sich die Brüder zunächst der ambulanten Krankenpflege widmeten. Ein wichtiger Meilenstein für die Gemeinschaft, der sich immer mehr junge Männer anschlossen, war der 12. September 1854, der Tag der Grundsteinlegung der ersten Kapelle des Ordens in Trier. Diese wurde am 10. Dezember 1855 feierlich eingeweiht, unter Anwesenheit eines Vertreters der Prinzessin Augusta von Preußen, einer großen Wohltäterin des Ordens. Am 21. Januar 1857 wurden die eigenen Satzungen der „Barmherzigen Brüder“ von Bischof Arnoldi offiziell bestätigt. Darin heißt es unter anderem: „Den drei wesentlichen Ordensgelübden fügen die Barmherzigen Brüder noch das vierte hinzu, die Kranken zu pflegen, um dadurch vorzugsweise das Gebot der Nächstenliebe um Gottes willen auszuüben.“

1856 entstand der dritte Konvent der Gemeinschaft in Kyllburg, 1858 der vierte in Luxemburg. In der Zwischenzeit hatte die Gemeinschaft begonnen, Häuser zu erwerben, um die Kranken stationär zu behandeln. Die rasche Entwicklung der Kongregation gab Peter Grund zur Freude, gleichzeitig aber auch Anlass zur Sorge um stetig wachsende Schulden und die Verantwortung für die Ausbildung und das geistliche Leben der Ordensbrüder. Sein bereits angeschlagener Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide, so dass er ab dem Winter 1859/60 sein letztes Lebensjahr in der Krankenabteilung des Mutterhauses in Koblenz zubringen musste. Drei Tage vor seinem Tod schrieb er: „Am liebsten wäre mir, wenn ich etwas zu wünschen hätte, bald zu sterben. O welche Freude, wenn ich die heiligen Weihnachten das ,Gloria in excelsis deo‘ mit den Engeln im Himmel singen könnte. Bei Gott ist alles möglich...“ Er starb am frühen Morgen des 21. Dezember 1860.

1928 wurden seine sterblichen Überreste nach Trier überführt und in der Maria-Hilf-Kapelle beigesetzt. Am 23. Juni 1985 wurde Peter Friedhofen von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen. Die „Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf“ führen heute zahlreiche Krankeneinrichtungen und Sozialstationen in Europa, Asien und Amerika.