Tagesheiliger - 12. April: Der heilige David Uribe Velasco

Von Katrin Krips-Schmidt

Der heilige David Uribe Velasco wurde am 29. Dezember 1888 in der kleinen Stadt Buenavista de Cuellar im mexikanischen Bundesstaat Guerrero als siebentes von elf Kindern geboren. 1903 trat er in das Seminar von Chilapa ein und wurde 1913 zum Priester geweiht. Er diente als Gemeindepfarrer in Iguala und in Chilapa. Als die antiklerikale Verfassung 1917 in Kraft trat, war dies das Fanal für eine Christenverfolgung im Land. 1926 verschlimmerte sich die Situation noch weiter: die Regierung rief eine „schismatische Kirche“ ins Leben, die allein ihr ergeben und von Rom gelöst war. Am 30. Juli 1926 wurden auf Anordnung aller mexikanischen Bischöfe und mit Einwilligung des Papstes alle öffentlichen Gottesdienste eingestellt und sämtliche Kirchen geschlossen. David Uribe folgte der Anweisung und empfahl auch seinen Gläubigen, Ruhe zu bewahren.

Über die bedrängte Lage der katholischen Kirche in Mexiko gab der Heilige Stuhl am 18. November 1926 die Enzyklika „Iniquis afflictisque“ heraus. Eindrücklich schildert Papst Pius XI. darin, wie die Katholiken von der mexikanischen Regierung zunächst nur verspottet und verleumdet, dann aber regelrecht verfolgt wurden: „Alle nichteinheimischen Priester und Ordensleute werden verjagt. Die Anstalten zur christlichen Erziehung von Knaben und Mädchen werden geschlossen, wenn sie einen christlichen Namen tragen oder wenn sie ein religiöses Bild oder eine Statue ihr eigen nennen. Ebenso wurden viele Seminarien, Schulen, Krankenhäuser, Klöster und kirchliche Gebäude geschlossen. In fast allen Einzelstaaten wird eine genaue Zahl von Priestern festgesetzt zur Ausübung des heiligen Dienstes. Diese ist so niedrig wie nur möglich gehalten. Die so verbleibenden Priester werden aber nur dann zu den heiligen Verrichtungen zugelassen, wenn sie sich bei der Regierung haben einschreiben lassen und von ihr die Genehmigung erhalten haben. An einzelnen Stellen wurden für die Ausübung des heiligen Amtes Bedingungen gestellt, über die man nur lachen könnte, wenn es sich nicht um eine so traurige Sache handelte. So wurde z. B. vorgeschrieben, die Priester müssten ein bestimmtes Alter haben; es wurde gefordert, sie müssten in bürgerlicher Ehe verheiratet sein. Es wurde verboten, anders zu taufen als nur mit fließendem Wasser.“

Am 7. April 1927 wurde David Uribe inhaftiert, wenige Tage später sollte er als Märtyrer sterben.

Der Grund für seine Hinrichtung war: Uribe lehnte das Angebot seitens der Regierung ab, als Marionettenbischof unter der Kontrolle des Staates zu fungieren. Lieber ging er für seine Überzeugung in den Tod. Er wurde am 12. April 1927 mit einem Schuss in den Hinterkopf niedergestreckt. Noch im Sterben vergab er seinen Mördern und opferte sein Leben für die Errettung Mexikos und für die Kirche auf. Am Vorabend seines Todes verfasste er seinen letzten Willen. In diesem Testament ist zu lesen: „Ich erkläre vor Gott, dass ich der Verbrechen, die mir zu Last gelegt werden, nicht schuldig bin. Ich befinde mich in den Händen Gottes und der Jungfrau von Guadeloupe. Teilt das meinen Oberen mit und bittet sie, bei Gott für meine Seele zu beten. Ich sage meiner Familie, meinen Freunden, Pfarrangehörigen und Iguala Lebewohl und sende euch allen meinen Segen.“

David Uribe gehört zu den „Märtyrern der Revolution in Mexiko“, die zwischen 1915 und 1937 ermordet wurden. Sie wurden von Papst Johannes Paul II. am 22. November 1992 selig- und am 21. Mai 2000 heiliggesprochen. Ihr gemeinsamer Gedenktag ist der 21. Mai.