Tagesheiliger: 11. März: Der heilige Eulogius

Von Sr. Joseph-Marie Dunning

Der heilige Eulogius von Córdoba lebte im neunten Jahrhundert. Er war eines von sechs Kindern einer geachteten christlichen Familie. Er wurde von den Priestern von St. Zoilus und dann von Abt Sperandeo erzogen. Er und sein Mitschüler und späterer Biograf Paul Alvarez wurden sehr gute Freunde. Nach Beendigung ihrer Studien heiratete Alvarez und wurde Schriftsteller, während Eulogius zum Priester geweiht wurde. Die beiden Männer blieben befreundet und schrieben einander zahlreiche Briefe.

Zu jener Zeit wurde Córdoba von den Mauren beherrscht. Die Christen durften ihre Religion öffentlich ausüben, wenngleich sie zahlreichen Regeln und Vorschriften unterworfen waren. Im Jahr 850 änderte sich die Lage, und die Mauren nahmen eine gewaltsame Verfolgung der Christen auf. Der andalusische Bischof Reccared willigte in die Forderungen der Verfolger ein und lieferte ihnen Eulogius und andere Priester aus.

Im Gefängnis las Eulogius den anderen Gefangenen die Heilige Schrift vor und ermutigte sie, durchzuhalten. Er schrieb einen Brief, eine Ermunterung zum Martyrium, an zwei christliche Frauen namens Flora und Maria, die aufgrund ihres Glaubens großen Belastungen ausgesetzt waren. Er schrieb: „Sie drohen, dass sie Euch als Sklavinnen verkaufen und Euch entehren werden, doch seid versichert, dass sie die Reinheit Eurer Seelen nicht verletzen können, welche Schande sie Euch auch immer zufügen mögen. Um Eure Standhaftigkeit zu erschüttern, werden feige Christen Euch sagen, dass Ihr die freie Ausübung Eurer Religion zurückgewinnen werdet, wenn Ihr nur zeitweise nachgebt. Doch lasst Euch davon überzeugen, dass Ihr nicht länger zurückweichen oder die Wahrheit verleugnen könnt, zu der Ihr Euch bekannt habt.“

Am Ende wurden die jungen Frauen nicht als Sklavinnen verkauft, sondern starben den Märtyrertod durch das Schwert. Sie sagten, sie würden um die Freilassung von Eulogius und anderen Gefangenen bitten, sobald sie vor unserem Herrn im Himmel erschienen. Sechs Tage nach ihrem Märtyrertod wurden die Gefangenen freigelassen. Eulogius beschrieb ihren glorreichen Tod auf poetische Weise, um andere Christen zu ermutigen.

Eulogius wurde nun dazu gezwungen, sich bei Reccared niederzulassen, dem Bischof, der seine Gefangennahme verursacht hatte. Er half weiter schwachen Christen, sich nicht von ihrem Glauben abzukehren, und ermutigte künftige Märtyrer, standhaft zu bleiben. Er schrieb die „Gedenkschrift der Heiligen“, in der er Leid und Tod der Märtyrer beschrieb, und eine „Apologie“ gegen diejenigen, die behaupteten, dass diejenigen, die bei dieser Verfolgung zum Tode verurteilt wurden, keine wahren Märtyrer seien.

Als der Erzbischof von Toledo starb, wurde Eulogius zu seinem Nachfolger gewählt. Doch bevor er zum Bischof geweiht werden konnte, sollte er selbst das Martyrium erleiden.

Der Sohn von Abdur Rahman war dessen Nachfolger geworden, und unter ihm nahmen die Verfolgungen weiter zu. Eine junge Cordobeserin namens Leocritia war vom Islam zum Christentum konvertiert. Ihr Leben wäre in Gefahr gewesen, wenn sie bei ihrer Familie geblieben wäre, daher half Eulogius ihr, zu fliehen. Dennoch wurden beide bald gestellt und vor den Kadi geführt. Die Androhung von Folter konnte Eulogius nicht erschrecken, und er predigte ihnen die wahre Religion und den Weg zum Himmel. Daraufhin wurde er vor den Rat des Königs gebracht. Einer der Männer des Königs kam wie ein Teufel in Engelsgestalt zu ihm und sagte: „Lass dich von mir führen. Sag nur ein Wort – da die Notwendigkeit es erfordert: Danach kannst du deine eigene Religion wieder aufnehmen und wir versprechen, dass keine Nachforschungen angestellt werden.“ Eulogius Entschlossenheit ließ keinen Moment nach, und er erwiderte, dass eine Belohnung im Himmel diejenigen erwarte, die standhaft blieben, und begann, ihnen das Evangelium Jesu Christi zu verkünden. Der Rat verurteilte ihn sofort zum Tode, um sich vor seiner Verkündigung zu schützen. Einer der Diener schlug ihn ins Gesicht und Eulogius hielt ihm demütig die andere Wange hin und empfing einen zweiten Schlag. Er wurde fortgeführt und sofort enthauptet. Leocritia starb vier Tage später den Märtyrertod.

Übersetzung von Claudia Reimüller