Tagesheilige: 23. Februar: Die selige Rafaela Ybarra de Vilallonga

Von Katrin Krips-Schmidt

Tagesheilige: 23. Februar: Die selige Rafaela Ybarra de Vilallonga

Als Selige der Familie kann man die im spanischen Baskenland geborene und aufgewachsene Rafaela Ybarra de Vilallonga bezeichnen. Ihre Wiege stand in Bilbao, wo sie am 16. Januar 1843 als Tochter adliger Eltern das Licht der Welt erblickte. Wie es zu dieser Zeit Brauch war, heiratete sie früh – mit achtzehn Jahren. Ihr Ehemann war der aus vermögendem Haus stammende José de Vilallonga, ein Metallfabrikant. Den Eheleuten wurden sieben Kinder geschenkt, von denen nur fünf das Kindesalter überlebten. Nach dem Tod ihrer Schwester, die selbst fünffache Mutter war, adoptierte Rafaela ihre Nichten und Neffen. Darüber hinaus pflegte sie liebevoll ihre betagten Eltern und ihre jüngere Schwester, die erkrankt war und innerhalb von zwei Jahren ebenfalls starb. Bei der Bewältigung ihrer Trauer war die Lektüre der „Philotea“, der „Anleitung zum frommen Leben“ des heiligen Franz von Sales hilfreicher Wegweiser und wertvolle Stütze.

Trotz ihrer vielen Arbeit nahm sich Rafaela vor, über den engsten Familienkreis hinaus auch noch den Kindern und Jugendlichen aus Arbeiterhaushalten zu helfen, die in ihrer Heimatstadt Bilbao, die sich Ende des neunzehnten Jahrhunderts zunehmend zu einer Industriestadt entwickelte, zu verwahrlosen drohten. Die „Mutter“, wie sie überall genannt wurde, setzte ihr karitatives Werk in Krankenhäusern, Entbindungsstationen, in Frauengefängnissen sowie bei arbeitslosen und Frauen in schwierigen Verhältnissen fort. 1894 gründete Rafaela, die zuvor mit Zustimmung ihres Mannes die Privatgelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams abgelegt hatte, das „Kolleg der Schutzengel“, aus dem im Jahr 1900 das „Institut der Schwestern von den heiligen Schutzengeln“ (Congregación de los Santos Angeles Custodios) hervorgehen sollte. Diese Kongregation von Ordensschwestern widmete sich der Förderung junger Mädchen. Rafaela Ybarra de Vilallonga starb am 23. Februar 1900 in Bilbao. Seliggesprochen wurde die Mutter und Ordensgründerin am 30. September 1984 von Johannes Paul II.