Tagesheilige: 18. Juni: Die heilige Elisabeth von Schönau

Von Katrin Krips-Schmidt

Elisabeth von Schönau. Foto: IN
Elisabeth von Schönau. Foto: IN

Zu Unrecht vielfach in Vergessenheit geraten ist die heilige Elisabeth von Schönau, dabei war sie zu Lebzeiten sogar berühmter als ihre Schwester im Glauben, die heilige Hildegard von Bingen, mit der sie befreundet war und im Briefkontakt stand. Wie Hildegard war auch Elisabeth mystisch begnadet, ja, sie galt im Mittelalter sogar als eine der bekanntesten Mystikerinnen. Außerdem schloss sie sich Hildegard bei deren Kampf gegen die Häresie der Katharer an.

Geboren um das Jahr 1129 in Schönau, wurde sie mit zwölf Jahren den Benediktinerinnen des Doppel-Klosters ihres Heimatortes zur weiteren Erziehung übergeben. Von 1147 bis 1152 wurde die junge Frau wiederholt von Angstzuständen, Depressionen und Glaubenszweifeln geplagt. Seit 1152 empfing sie in ekstatischen Zuständen mystische Offenbarungen. In ihren Visionen schaute sie Maria, Engel und Heilige, mit denen sie auch Zwiesprache hielt. In ihren Verzückungen erlebte sie realistische Darstellungen des Leidens, der Auferstehung und der Himmelfahrt Christi sowie weiterer Ereignisse aus dem Alten und Neuen Testament. Elisabeth hinterließ zahlreiche Schriften, die sich etwa auf das Zehnfache dessen belaufen, was uns von der heiligen Hildegard von Bingen überliefert ist. Aufgeschrieben wurden sie – drei Bücher über ihre Visionen, das Liber viarum dei (Buch der Gotteswege), sowie die zwei Schriften De resurrectione beatea mariae virginis (Über die Auferstehung der seligen Jungfrau Maria) und das Liber revelationum de sacro exercitu verginim coloniensum (Buch der Offenbarung der Heiligen Schar der Kölnischen Jungfrauen, das über das Martyrium der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen berichtet) – von ihrem Bruder Ekbert, der zunächst Priester in Köln war, dann jedoch Abt im Kloster Schönau wurde.

Elisabeth verbrachte ihr gesamtes Ordensleben in Schönau. Je bekannter sie wurde, desto mehr trat sie in Kontakt mit Geistlichen und berühmten Persönlichkeiten in ganz Mitteleuropa, die ihren Rat schätzten und von denen einige sie in ihrem Konvent besuchten. Mit achtundzwanzig Jahren wurde sie zur Äbtissin ernannt, die ihre Abtei mit Umsicht regierte. Nach ihrem Tod am 18. Juni 1164/65 wurde sie in der Klosterkirche in Schönau beigesetzt.

Während des Dreißigjährigen Krieges fiel ihr Grab einer Plünderung durch schwedische Soldaten zum Opfer, die in das Kloster Schönau eindrangen und die sterblichen Überreste der Heiligen zerstreuten. Lediglich eine Reliquie blieb zurück – ihre Schädeldecke, die noch heute in einem Reliquiar auf dem rechten Seitenaltar der Kirche verehrt wird. 1584 wurde Elisabeth in das Martyrologium Romanum, aufgenommen.

Mit einem vielfältigen Programm mit Festgottesdiensten, Wallfahrten, Konzerten und Ausstellungen wird in diesem Jahr im Bistum Limburg noch bis in den November des 850. Todesjahres der Heiligen gedacht. Einer der Höhepunkte ist der Festtag zum Gedenken des 850. Todestages, der am 21. Juni in der Pfarrei

St. Florin – Kloster Schönau in Strüth mit einem Pontifikalamt mit dem Apostolischen Administrator des Bistums, Weihbischof Manfred Grothe, begangen wird.

elisabeth-von-schoenau.de

Tagesheilige: 18. Juni: Die heilige Elisabeth von Schönau
Elisabeth von Schönau Foto: IN