„Tag für das Leben“

Spanien: Bischöfe für internationales Abtreibungsmoratorium

Würzburg (reg) Zum siebten Mal hat die katholische Kirche in Spanien in diesem Jahr den „Tag für das Leben“ begangen – wie üblich am liturgischen Hochfest der Verkündigung des Herrn. Es wurde in diesem Jahr am 31. März gefeiert. Zu diesem Anlass veröffentlichte die Bischofskonferenz das Schreiben „Das Leben ist immer ein Gut“. Darin ermutigt sie die Gläubigen zum Engagement für den Lebensschutz. Ausdrücklich begrüßen die Verfasser, die der Unterkommission für Familie und Lebensschutz angehören, das internationale Moratorium für die Abtreibung als förderungswürdige Initiative. Die Zahl der ungeborenen Kinder, die 2006 in Spanien abgetrieben wurden, beziffern sie mit „mehr als hunderttausend“.

Mit Blick auf das Gewissen des Einzelnen heißt es in der Note: „Weder im privaten noch im öffentlichen Leben dürfen Katholiken der Abtreibung, der Euthanasie, oder der künstlichen Erzeugung, Einfrierung und Manipulation menschlicher Embryonen zustimmen. Menschliches Leben ist heilig. Alle sollen es achten. Die Gesetze sollen es schützen.“

Unter dem Stichwort „Der Tod Unschuldiger kann nie gerechtfertigt werden“ beziehen sich die Bischöfe auf den jüngsten Abtreibungsskandal auf der iberischen Halbinsel, allerdings ohne Namen zu nennen. Kürzlich sei die spanische Gesellschaft betroffen gewesen angesichts „bestimmter Abtreibungspraktiken und der Grausamkeit, die angewandt wurde, um diese zu verheimlichen“, heißt es in der Note.

Die Abtreibungsdebatte war in Spanien wieder aufgeflammt, als Ende vergangenen Jahres ein Arzt verhaftet wurde, der in verschiedenen Kliniken in Barcelona und Madrid systematisch illegale Abtreibungen durchgeführt hatte. Carlos Morín hatte für fünftausend Euro illegale Abtreibungen an minderjährigen Schwangeren und werdenden Müttern in der 33. Schwangerschaftswoche vorgenommen. Vor dem Untersuchungsrichter räumte Morín lediglich Abtreibungen bis zur 29. Woche ein.

Im März veröffentlichten spanische Medien schockierende Einzelheiten aus der viertausend Seiten umfassenden Anklageschrift. Die Ermittlungen in den Kliniken der Gruppe TCB-Ginemedex ergaben, dass bei den Schwangerschaftsabbrüchen keinerlei hygienische Standards eingehalten wurden und Reinigungskräfte Medizinern als Ersatzkrankenschwestern assistierten. Ein Teil der Ärzte ohne gynäkologische oder chirurgische Facharztausbildung hatte gefälschte Papiere. Besonderes Aufsehen erregten Berichte über Abtreibungstechniken bei Schwangerschaften in fortgeschrittenem Stadium sowie der Fund von Zerkleinerungsmaschinen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie zur Beseitigung von Föten verwendet wurden.

Vor diesem Hintergrund fordern die spanischen Bischöfe die Aufhebung des geltenden Abtreibungsgesetzes und effiziente Hilfen für werdende Mütter. Gott habe den Menschen nach seinem Bild erschaffen. „Dieses Geheimnis übersteigt die rein biochemische Dimension“.