Symbolfigur der Freiheit

Tschechien gedenkt der Heiligsprechung Agnes von Böhmens

Prag (DT/KAP) Beim Papstbesuch in der Tschechischen Republik Ende September wird auch das Gedenken an die Heiligsprechung von Agnes von Böhmen eine wichtige Rolle spielen. Das berichtet die Pressestelle der Tschechischen Bischofskonferenz auf der Papstbesuchs-Website www.navstevapapeze.cz.

Johannes Paul II. sprach Agnes von Böhmen (1205–82) am 12. November 1989 in Rom heilig – nur fünf Tage vor dem Sturz des kommunistischen Regimes in der damaligen Tschechoslowakei. Die Heiligsprechungsfeiern beeinflussten zweifellos auch die nachfolgenden Ereignisse. Wie die Brünner Publizistin Marie Urbankova schreibt, habe es während der kommunistischen Zeit die Vorstellung gegeben, dass mit der Heiligsprechung von Agnes „in den Böhmischen Ländern wieder die Freiheit einziehen werde“. Da diese „Prophezeiung restlos eingetroffen“ sei, hätten Kirche und Stadt Brünn beschlossen, heuer „das gesamte Projekt zur Feier der ,Samtenen Revolution‘ ihr zu widmen“.

Die Klarissin Agnes von Böhmen, Tochter König Ottokars I. von Böhmen, widmete ihr Leben frommen Werken und der Armenfürsorge. Um 1233 stiftete sie in Prag ein Spital, an dem der Orden der „Kreuzherren mit dem roten Stern“ entstand (er ist auch in Wien vertreten, wo er die Karlskirche betreut). Ihre zweite Stiftung war ein Klarissenkloster, in das sie 1234 selbst eintrat. Gegen Widerständen bemühte sie sich, ihr Kloster in strenger Armut zu bewahren.

Der Prager Dankgottesdienst für die Heiligsprechung mit Kardinal-Primas Tomasek fand am 25. November 1989 statt. Gut 100 000 Menschen kamen dazu aus der Tschechoslowakei auf den Hradschin.