Kapstadt

Südafrika: Missbrauchstäter laisieren

Bei Geistlichen, die zu Sexualstraftätern würden, handelte es sich in erster Linie nie um Priester, sondern um kranke Männer, die versehentlich geweiht wurden, so der Vorsitzende der Südafrikanischen Bischofskonferenz

Südafrikas Kirche und Missbrauch
Sexuell übergriffige Priester seien unfähig, Christus durch das Sakrament der Priesterweihe zu repräsentieren, so Bischof Sipuka. Foto: Arno Burgi (ZB)

Bischof Sithembele Sipuka, der Vorsitzende der Südafrikanischen Bischofskonferenz, hat sich dafür ausgesprochen, verurteilte Sexualstraftäter zu laisieren. „Wenn jemand Kinder missbraucht, ist er offensichtlich fehlerhaftes Material für das Sakrament des Priesteramts“, äußerte sich der Bischof von Umtata laut der Zeitung „Southern Cross“.

Täter aus dem Priesterstand zu entlassen ist nicht ausreichend

Die Täter lediglich aus dem Priesterstand zu entlassen, sei nicht ausreichend, so Sipuka weiter. Man müsse klarstellen, dass es sich „in erster Linie nie um Priester handelte, sondern um kranke Männer, die versehentlich geweiht wurden, und unfähig sind, Christus durch dieses Sakrament zu repräsentieren“.

Wie „Southern Cross“ berichtete, sprach Bischof Sipuka im Rahmen der jüngsten Vollversammlung der südafrikanischen Bischofskonferenz. Dabei stand der sexuelle Missbrauch durch Priester im Fokus. In seiner Rede rief der Vorsitzende der Bischofskonferenz auch dazu auf, die Wurzeln des Problems zu identifizieren und zu beseitigen, nicht nur die Symptome.

Bischöfe wollen aktiveres Engagement für die Gläubigen

In ihrer Abschlusserklärung sprachen sich alle südafrikanischen Bischöfe dafür aus, dass sich führende Amtsträger der Kirche nicht in ihre Pfarreien zurückziehen dürften. „Wir müssen ganz bestimmt mehr tun, als nur gelegentliche Erklärungen zu veröffentlichen, so wichtig diese auch sein mögen.“ Stattdessen sei in der jetzigen Zeit ein „voller Einsatz für die Bürger“ gefragt, so wie ihn die Bischöfe auch während des Apartheid-Regimes geleistet hätten.

DT/mlu/KNA

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