Sterbehilfestreit: Bislang keine Antwort des Ordens

Vatikanstadt (DT/KNA) Der in Belgien tätige Orden „Broeders van Liefde“ hat bislang nicht auf die Aufforderung des Vatikan reagiert, von aktiver Sterbehilfe in seinen psychiatrischen Kliniken abzurücken. Man habe die Anforderung aus Rom erhalten, aber noch nicht geantwortet, sagte Mattias De Vrendt, Sprecher des belgischen Ordenszweiges, laut Radio Vatikan (Donnerstag). Er bestätigte, dass die Hospitäler seines Ordens Anforderungen von kranken Patienten zu „Euthanasie“ erhalten hätten. Er konnte aber nicht sagen, ob entsprechende Maßnahmen durchgeführt worden seien. Bis Ende August müssen die Brüder des Ordens ihrer römischen Ordenszentrale schriftlich versichern, dass sie die katholische Lehre voll unterstützen. Demnach muss menschliches Leben „immer respektiert und absolut geschützt werden, vom Moment der Empfängnis bis zum natürlichen Ende“. Papst Franziskus persönlich hat den Angaben zufolge die Fristsetzung bis Monatsende gebilligt. Der belgische Zweig des Ordens hatte Ende April angekündigt, dass er aktive Sterbehilfe bei psychischen Leiden nicht mehr grundsätzlich ausschließe. „Wir nehmen die Bitte um aktive Sterbehilfe von Patienten ernst“, hieß es damals in einer Erklärung des Ordens. Das gelte jedoch nur für Fälle, in denen es „keine vernünftige alternative Behandlung“ gebe, so der Orden, der in Belgien 15 psychiatrische Zentren betreibt. Der in Rom ansässige Generalobere des Ordens, Rene Stockman, hatte sich gegen das Vorgehen des belgischen Ordenszweigs ausgesprochen. „Wir können nicht akzeptieren, dass aktive Sterbehilfe in den Mauern unserer Institution durchgeführt wird“, sagte er.