Stammzell-Kongress im Vatikan wird verschoben

Vatikanstadt (DT/KNA) Der für Ende April geplante Kongress der Päpstlichen Akademie für das Leben über Forschung an adulten Stammzellen soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Die Kirche werde in jedem Fall den Dialog mit der Forschung fortführen, sagte der Sekretär der Akademie, Scott Borgman, am Freitag im Vatikan. Das Treffen sei zunächst aus finanziellen und organisatorischen Gründen abgesagt worden. Man brauche etwas mehr Zeit, mehr Anmeldungen und einen besseren Sponsorenplan, um den Kongress zu organisieren. Borgman wies englischsprachige Medienberichte zurück, nach denen die Absage darauf zurückzuführen sei, dass zwei der vorgesehenen Referenten selbst mit embryonalen Stammzellen arbeiteten. Es habe zwar eine Kontroverse gegeben, so Borgman, dies sei jedoch nicht der Grund für die Absage gewesen. Die „große Mehrheit der Mitglieder“ befürworte den Dialog auch mit Forschern, die nicht kirchlich gebunden seien. Die katholische Kirche wolle auf dem Gebiet der Stammzellforschung verschiedene Sichtweisen bedenken und die mit ihren ethischen Standpunkten konformen Forschungsansätze bestärken. Einen neuen Termin für den Kongress gibt es derzeit nicht. Den 45 Referenten und rund 140 angemeldeten Teilnehmern werde die Akademie kommende Woche einen Brief mit den Gründen für die Absage zukommen lassen. Organisatoren der Konferenz sind neben der Akademie auch die Internationale Katholische Ärzteorganisation (FIAMC) und die französische Stiftung „Jerome Lejeune“. Die Päpstliche Akademie für das Leben wurde 1994 als Beratungsorgan für die kirchliche Position zu Lebensschutz und Biomedizin gegründet. Die Mitglieder der Akademie werden vom Papst ernannt.