München/Washington

Sri Lanka: Bischöfe verurteilen Terroranschläge

Mitgefühl für die Opfer, Aufrufe zur Solidarität und Forderungen nach einem besseren Schutz für christliche Minderheiten: So reagieren Bischöfe in Deutschland und den USA auf die Terrorattacken in Sri Lanka.

Sri Lanka: Trauer um die Opfer
Gläubige in Sri Lanka trauern um die Opfer der Anschläge. „So nah liegen oft die Feier des neuen Lebens und der konkret erfahrbare Tod nebeneinander", hatte der Passauer Bischof Oster auf Facebook geschrieben. Foto: Kirche in Not

In Deutschland und in den USA haben katholische Bischöfe zu den blutigen Terroranschlägen auf christliche Kirchen und Hotels in Sri Lanka Stellung genommen und den weltweiten Schutz christlicher Minderheiten gefordert.

Schick: Pflicht, gefährdeten Minderheiten zur Seite zu stehen

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Anschläge erinnerten erneut daran: „In vielen Teilen der Welt werden Christen bedrängt und sind blutigen Anschlägen ausgeliefert.“ Er sei überzeugt, so Schick, dass weder Sri Lanka selbst noch alle anderen Staaten angesichts des Blutvergießens gegen Christen und andere religiöse Gruppen zur Tagesordnung übergehen dürften. Es sei eine Pflicht, „gefährdeten Minderheiten zur Seite zu stehen und sie nach Kräften zu schützen“.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, schrieb in einem Brief an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Sri Lanka, Bischof Julian Winston Fernando, gerade die katholische Kirche auf Sri Lanka setze sich seit vielen Jahren für nationale Versöhnung ein. Sie sei ein geschätzter Partner für Dialog und caritative Hilfe. Zudem fügte der Münchner Erzbischof hinzu: „In diesem Moment grausamen Blutvergießens, in dem die Freude über das Osterfest getrübt wird, übermittle ich Ihnen unsere Solidarität und vor allem unser Gebet: Tod und Hass haben keine endgültige Macht über den Menschen. Daran glauben wir, gerade an Ostern.“

Oster: "Wir erschaudern vor Entsetzen und sind voller Mitgefühl"

Zuvor hatte der Passauer Bischof Stefan Oster auf Facebook geschrieben: „So nah liegen oft die Feier des neuen Lebens und der konkret erfahrbare Tod nebeneinander. Wir erschaudern vor Entsetzen und sind voller Mitgefühl für die Toten, die Verletzen und alle Hinterbliebenen. Wir beten für Opfer und Täter - und gehen in der Hoffnung weiter, dass das Leben, das der Auferstandene bringt, von keiner Gewalt der Welt mehr tot zu kriegen ist.“

Auch das internationale katholische Hilfswerk „missio München“ rief zu Solidarität auf. „Für die Menschen in Sri Lanka ist es jetzt wichtig, zusammenzustehen. Die verschiedenen religiösen und ethnischen Gruppen dürfen sich nicht mit Verdächtigungen und Schuldzuweisungen gegeneinander aufbringen“, mahnte missio-Präsident Wolfgang Huber. Huber betonte zudem, man hoffe inständig, dass der Frieden in Sri Lanka nach den Anschlägen erhalten bleibe. „Wir beten dafür, dass die Bürger Sri Lankas in ihrer Trauer und ihrem Leiden zusammenstehen und zusammenhalten.“

US-Kardinal DiNardo: Gezielter Anschlag auf christliche Minderheit

Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, sprach von einem gezielten Anschlag auf die christliche Minderheit in Sri Lanka. „Wir beten für die Opfer und ihre Familien und verurteilen diese Terrorakte“, so der Erzbischof von Galveston-Houston in einer Erklärung. Auch der Erzbischof von Chicago, Kardinal Blase Cupich, bekundete sein Beileid. „In Solidarität mit den Überlebenden und ihren Lieben trauern wir um die Toten.“ Und der Erzbischof von Los Angeles, Jose Gomez, mahnte: „Nur die Liebe kann Böses und Gewalt besiegen, deshalb bitten wir Jesus um den Mut zur Liebe.“

Bei Terrorattacken auf die katholischen Kirche St. Anthony in Colombo und St. Sebastian in Negombo und die evangelikale Zion Kirche in Batticaloa sowie die Luxushotels Shangri-La, Cinnamon Grand und Kingsbury in Colombo kamen nach bisherigen Angaben mindestens 359 Menschen ums Leben. Rund 500 wurden verletzt. Die Regierung vermutet einheimische Islamisten hinter den Anschlägen.

DT/mlu

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