Sorge um den Kosovo

Bischöfe: Mächtige wollen serbischem Volk seine Seele entreißen

Belgrad (DT/KNA) Die serbisch-orthodoxen Bischöfe äußern sich verbittert über die Situation im Kosovo. „Die Mächtigen dieser Welt wollen dem serbischen Volk seine Wiege, seine Seele und sein Herz entreißen“, schreiben sie in ihrer am Freitag veröffentlichten Weihnachtsbotschaft. Die Bischöfe teilten „die Trauer und die Sorge“ der Orthodoxen aus dem Kosovo, das „Herz und Seele“ des serbischen Volkes und sein „geistliches Bethlehem“ sei.

Die orthodoxe Kirche feiert Weihnachten nach dem Julianischen Kalender am 6./7. Januar. Die Bischöfe erinnern auch an die orthodoxen Gläubigen, die seit Beginn der 90–er Jahre aus Bosnien, Kroatien und dem Kosovo vertrieben wurden. Sie appellieren an die Staatsorgane in Serbien und Montenegro, ihnen ein „normales Leben“ zu ermöglichen und sich für ihr Recht auf Rückkehr und Wiederherstellung ihres Eigentums einzusetzen. Die Gläubigen in Serbien sollten das „Fest der christlichen Liebe“ mit den hunderttausenden Vertriebenen teilen.

Die Bischöfe appellieren an die Staatsorgane Kroatiens und Bosniens, guten Willen bei der Lösung der „brennenden Probleme“ vertriebener Serben oder Angehöriger anderer Minderheiten zu zeigen. Die durch internationale Konventionen garantierten grundlegenden Menschenrechte sowie die nationalen und religiösen Rechte der Serben und der anderen Völker seien zu respektieren. Das serbische Volk wolle „nicht mehr und nicht weniger“ respektiert werden als die anderen Völker.

Ausdrücklich rufen die Bischöfe in ihrer Weihnachtsbotschaft dazu auf, „im Geist des göttlichen Friedens und der Liebe, der Toleranz und des Respekts die zerstörten Brücken zwischen Menschen guten Willens wieder aufzubauen“.

Trotz aller Friedensinitiativen und -organisationen sei der Frieden in der Welt nicht in Sicht, weil „der Frieden Gottes abgelehnt und durch einen menschlichen Frieden ersetzt wird“. Oft gehe es dabei nur um politische Interessen und materiellen Profit.