Sloweniens Cicero

Zum Gedenktag des seligen Bischofs Anton Martin Slomsek am 24. September. Von Katrin Krips-Schmidt

Als erster Seliger Sloweniens wurde Anton Martin Slomsek am 19. September 1999 von Papst Johannes Paul II. zur Ehre der Altäre erhoben. Als großer Bewunderer der heiligen Cyrill und Method – der Missionare aus dem neunten Jahrhundert – ist er würdig, in die Fußstapfen seiner Vorgänger zu treten, denn auch er verstand es, als Glaubensbote seinem Volk die Frohe Botschaft zu bringen, die Kultur seines Landes voranzubringen und die Einheit der Kirche zu fördern.

Anton Martin Slomsek kam als erstes von acht Kindern eines wohlhabenden Landbesitzers am 26. November 1800 in der kleinen Ortschaft Slom in der Untersteiermark, die heute zu Slowenien gehört, zur Welt. Nach dem Studium der Philosophie in Laibach und Zengg trat er 1821 ins Klagenfurter Priesterseminar ein, in dem deutsche und slowenische Theologen gemeinsam studierten. 1824 folgte die Priesterweihe. Nach Kaplansstellen in der Untersteiermark und zehn Jahren als Spiritual des Priesterseminars in Klagenfurt übernahm er die Pfarrseelsorge in Saldenhofen. Slomseks flammender Predigtstil brachte ihm den Beinamen „slowenischer Cicero“ ein. Die Volksmission lag ihm so sehr am Herzen, dass er zahlreiche Bruderschaften ins Leben rief und in Wort und Schrift sein Anliegen – die Verkündigung des Evangeliums – verbreitete. Als religiöser Schriftsteller verfasste Slomsek viele Kinder-, Schul- und Jugendbücher, Katechismen, liturgische Lehrbücher, Biographien und Texte über die slowenische Geschichte – insgesamt sind es etwa 50 Werke, die seiner Feder entstammen. Hinzu kommt, dass er sich der Sammlung von Volksliedern widmete, die er ebenfalls veröffentlichte.

1844 übernahm er für die Diözese Lavant die Aufgabe eines Schulinspekteurs und zwei Jahre später wurde er zum Bischof dieser Diözese ernannt. Als Oberhirte verfolgte er mit apostolischem Eifer seine Ziele einer Evangelisierung: eine gute Ausbildung und Heiligung des Klerus, eine religiöse Unterweisung der Gläubigen sowie die Seelsorge für Eheleute und Familien.

Anton Slomsek setzte sich zudem für eine Förderung der Einheit mit der orthodoxen Kirche ein: Dafür gründete er 1851 die Bruderschaft der heiligen Slawenapostel Cyrill und Method.

Im Jahr 1859 verlegte Bischof Slomsek den Sitz der Diözese Lavant von St. Andrä nach Maribor, um hier die in der Steiermark lebenden Slowenen zu vereinen. Wichtig war ihm auch die Förderung der slowenischen Sprache – dies nicht nur unter patriotischen, sondern vor allem unter pastoralen Aspekten. So brachte er beispielsweise seine Hirtenbriefe auf Deutsch und auf Slowenisch heraus. Anton Martin Slomsek starb am 24. September 1862 in Maribor.

Bei der Seligsprechung in Maribor stellte Papst Johannes Paul II. in seiner Ansprache den neuen Seligen der Jugend als Vorbild einer „echten Liebe zum Vaterland“ vor Augen. Bischof Slomsek zeige, so der Papst weiter, „dass es möglich ist, ein aufrichtiger Patriot zu sein und mit der gleichen Aufrichtigkeit mit Menschen anderer Nationalität, anderer Kultur und anderer Religion zusammen zu leben und zu arbeiten.“