Schweizer Bischöfe gegen Gesetzesvorschlag

Bern (DT/KNA) Die Kommission für Bioethik der Schweizer Bischofskonferenz lehnt das neue Fortpflanzungsmedizin-Gesetz ab. Die Änderung beinhalte „mehrere ethisch gesehen sehr problematische Aspekte“, erklärte das Gremium am Montag. Mit dem neuen Gesetz, über das am 5. Juni per Referendum abgestimmt wird, soll das Verbot der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID) aufgehoben und damit eine 2015 vom Volk beschlossene Verfassungsänderung umgesetzt werden. Ein Vorschlag der Bundesregierung sah zunächst vor, die PID bei Paaren zu erlauben, die Träger schwerer Erbkrankheiten sind. Das Parlament weitete die Regelung auf Paare aus, die ohne künstliche Befruchtung keine Kinder bekommen können. „Dies würde zu einem generellen Screening aller Embryonen führen, welche sich außerhalb des Mutterleibes befinden“, heißt es in der Stellungnahme der Kommission. „Die Konsequenzen wären gravierend: Einerseits käme es dadurch zu einer enormen Erhöhung der Anzahl der sogenannten ,überzähligen Embryonen‘.“ Andererseits, so die Bischöfe, „würde dadurch festgelegt, dass eine genetische Krankheit wie Trisomie 21 eine Selektion rechtfertigt“. Dies würde „jene Personen stigmatisieren, die mit dieser Behinderung leben“. Zudem erlaube das neue Gesetz, die durch künstliche Befruchtung hervorgebrachten Embryonen durch Einfrieren aufzubewahren. Aus all diesen Gründen sei die Kommission der Ansicht, „dass dieser Gesetzesvorschlag die unveränderliche Würde des Menschen nicht respektiert“.