Schutzpatronin der Alleinerziehenden

Zum Gedenktag der heiligen Margareta von Cortona am 22. Februar. Von Katrin Krips-Schmidt

Margareta kam 1247 in Laviano in der mittelitalienischen Region Umbrien in einer Bauernfamilie auf die Welt. Ihre Mutter starb schon früh, zu ihrer Stiefmutter hatte sie kein gutes Verhältnis.

Als junges, sehr hübsches Mädchen zog sie die Aufmerksamkeit von Arsenio auf sich. Er war der Sohn eines Barons und die beiden verliebten sich ineinander. Arsenio schlug ihr vor, als seine Geliebte auf seiner Burg zu leben, und sie stimmte zu. Er erklärte ihr, dass er sie niemals heiraten würde: Ein Bauernmädchen zu seiner Frau zu machen, kam für ihn nicht in Frage. Margareta war jedoch überzeugt, dass sie irgendwann doch noch heiraten würden. So lebte das Paar neun Jahre gemeinsam auf der Burg und bekam einen Sohn.

Eines Tages unternahm Arsenio eine Reise. Als der Tag seiner geplanten Rückkehr schon um einige Zeit verstrichen war, machte sich Margareta große Sorgen um ihren Geliebten. Da stand plötzlich Arsenios Hund in der Tür – alleine, ohne seinen Herrn. Er führte sie in den Wald an eine Stelle, die mit Holzscheiten überdeckt war. Als sie diese wegräumte, entdeckte sie den halbverwesten Leichnam Arsenios, der von Räubern getötet worden war. Der Schock beim Anblick war der erste Schritt zu ihrer Bekehrung. Neun Jahre lang hatten sie beide nur ihrem Vergnügen gelebt und sich nicht um Gott und seine Gebote gekümmert. Margareta war nun besorgt um die Seele des Vaters ihres Kindes und sie fragte sich, ob er noch Zeit gehabt hatte, seine Sünden zu bereuen, bevor die Mörder ihn umgebracht hatten. Margareta verließ die Burg und ging nach Cortona, um beim Dritten Orden der Franziskaner einzutreten. Doch dort schenkte man ihren Worten, sie habe sich bekehrt, zunächst keinen Glauben. Erst nach drei Jahren der Buße nahm man sie 1275 schließlich auf. In den nächsten Jahren legte sie sich weiterhin strengste Bußübungen auf – wie Geißelungen, Schlafentzug, das Tragen eines Büßergewandes – die ihre Seelenführer jedoch zu mäßigen versuchten. Margareta widmete sich der Krankenpflege, gründete ein Hospital sowie eine Vereinigung von Franziskaner-Terzianerinnen.

1291 zog sie sich als Eremitin in die Abgeschiedenheit zurück, wo sie immer wieder mystische Visionen empfing. Am 22. Februar 1297 starb die heilige Büßerin in Cortona. Ihr unverwester Leichnam wird in der Franziskanerkirche in Cortona, die ihren Namen trägt, in einem Glasschrein aufbewahrt. Benedikt XIII. sprach sie 1728 heilig.