Schutzpatron der Universitäten

Der selige Contardo Ferrini – 17. Oktober. Von Katrin Krips-Schmidt

In einer Epoche, in der es zum guten Ton gehörte, als Universitätsprofessor antiklerikal eingestellt zu sein, blieb der berühmte Juraprofessor des neunzehnten Jahrhunderts, der selige Contardo Ferrini, der katholischen Kirche nicht nur innerlich verbunden, sondern war sogar Mitglied des Drittordens der Franziskaner.

Contardo Ferrini wurde am 4. April 1859 in Mailand geboren. Wie in jener Zeit üblich, empfing er die Erstkommunion mit zwölf Jahren und schloss sich gleich darauf der Bruderschaft vom allerheiligsten Altarssakrament an. Schon in seiner Schulzeit zeichnete er sich durch ein phänomenales Gedächtnis sowie eine bemerkenswerte Begabung aus, mit abstrakten Dingen umzugehen. Man gab ihm den Spitznamen Aristoteles – wegen seines Glaubenseifers nannte man ihn auch den „heiligen Aloisius von Gonzaga“. Er lernte mehrere Sprachen, unter anderem Hebräisch, Syrisch, Sanskrit und Koptisch. Mit siebzehn nahm er das Studium der Rechtswissenschaft in Pavia auf. Nachdem er mit 21 Jahren zum Doktor promoviert wurde – seine auf Latein verfasste Dissertation erörterte die Bedeutung von Homer und Hesiod für das Strafrecht –, verbrachte er zwei Jahre in Berlin. Dort war er tief bewegt darüber, auch hier frommen jungen Katholiken an der Universität zu begegnen. In einem Tagebuch hielt er fest, wie aufgeregt er war, zum ersten Mal im Ausland zu beichten. Es war für ihn ein Zeichen für die Universalität der Kirche.

So streng und asketisch er in seinem Inneren zu sich selbst war – so freundlich und gütig zeigte er sich doch einem jedem seiner Mitmenschen. „Wenn wir an einem bestimmten Tag nichts weiter tun als unserem Nächsten eine kleine Freude bereiten, dann wird dieser Tag nicht vergebens sein. Denn wir haben damit erreicht, einer unsterblichen Seele ein wenig Trost zu schenken“, sagte er einmal.

Seine erste Professur bekam Contardo mit 26 Jahren in Messina. Er bemühte sich herauszufinden, ob er zu einem Leben als Welt- oder Ordenspriester berufen sei oder ob er doch heiraten solle. Letztlich ist er ein zölibatär lebender Laie geblieben. Er weihte sich Gott in einem Privatgelübde und wurde 1886 Franziskaner-Terziar und war Mitglied der Vinzenzgemeinschaft.

Contardo lehrte Kirchenrecht in Modena, Pavia und Paris und versuchte gleichzeitig, ein vollkommener Christ zu werden. Im Herbst 1902 erkrankte er an Typhus und am 17. Oktober starb er, im Ruf der Heiligkeit, in Suna am Lago Maggiore. Papst Pius XII. sprach ihn am 13. April 1947 selig.

Contardo Ferrini ist der Schutzpatron der Universitäten.