Schmid: Papst-Appell nicht verharmlosen

Eichstätt (DT/KNA) Gegen eine „verharmlosende“ Auslegung des Papst-Appells zur „Entweltlichung“ hat sich der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Albert Schmid, gewandt. Benedikt XVI. habe bei seinem Deutschlandbesuch im vergangenen September dieses Wort „so gemeint, wie er es gesagt hat“, erklärte Schmid am Samstag beim Neujahrsempfang des Eichstätter Diözesanrats der Katholiken. Die Warnung vor Routine und Apparatedenken sei „an jeden von uns gerichtet“. Die Christen könnten in der Welt nicht wirken, wenn sie nur aus deren Quellen schöpften. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke sagte, „Entweltlichung“ sei ein anderes Wort für „Vertiefung des Glaubens“ und „Liebe zu den Menschen, besonders zu denen, denen die frohe Botschaft fremd geworden ist“. Statt sich mit sich selbst zu beschäftigen, müssten die Christen Antworten finden auf die Herausforderungen der Moderne, wie etwa den Konsumismus und den Zerfall sozialer Bindungen. Sie dürften solche Entwicklungen „nicht wieder verschlafen, wie es zuletzt bei der ökologischen Bewegung der Fall war“. Der Vorsitzende des Eichstätter Diözesanrats, Christian Gärtner, sagte, nicht nur die europäische Politik und Währung hätten an Glaubwürdigkeit verloren, sondern auch die katholische Kirche. Die Krise der Kirche in Deutschland sei „noch lange nicht ausgestanden“. Bei ihrer Bewältigung gelte es zu beachten, dass sich Glaubwürdigkeit nicht einfach herstellen lasse. „Man bekommt sie zugesprochen oder eben nicht.“ Die Kirche müsse daher ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung überprüfen.