Rom: Kommission weist Fittipaldi-Vorwürfe ab

Vatikanstadt (DT/KAP) Der deutsche Jesuit Hans Zollner hat Vorwürfe gegen die päpstliche Kinderschutzkommission zurückgewiesen, die ein neues Enthüllungsbuch erhebt. Die Darstellung der Kommission und ihrer Arbeit „wimmelt von Fehlern, Ungenauigkeiten und Vermutungen“, sagte Zollner im „Kathpress“-Interview am Donnerstag in Rom. Außerdem sei der Autor Emiliano Fittipaldi offensichtlich nicht auf dem neuesten Stand. Er nehme nur die Entwicklung bis 2014 oder Anfang 2015 zur Kenntnis, so der Leiter des Kinderschutzzentrums der Päpstlichen Universität Gregoriana. Das gelte seinem Eindruck nach auch für weite Teile des gesamten Werks. Fittipaldi behauptet in seinem am Donnerstag in Italien erschienenen Buch „Lussuria“ (Wollust), die päpstliche Kinderschutzkommission habe außer der Organisation von Seminaren und Workshops und dem Vorschlag eines Weltgebetstages für Missbrauchsopfer „wenig oder nichts“ bewegt. Zudem wirft er ihr mangelnde Unabhängigkeit vor. Die Kinderschutzkommission war im März 2014 auf Initiative von Papst Franziskus eingerichtet worden und besteht aus Fachleuten und Missbrauchsopfern. Zollner verwies hingegen darauf, dass Papst Franziskus viele Vorschläge der Kommission aufgenommen habe. So bestehe etwa seit September die Möglichkeit einer kirchenrechtlichen Sanktionierung von Bischöfen, die ihrer Sorgfaltspflicht im Kampf gegen sexuellen Missbrauch nicht nachkämen. Das Anliegen Fittipaldis, die Kirche zu einem entschlossenen Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch zu ermahnen, sei zwar gut und richtig, sagte Zollner weiter. Es werde jedoch durch die Mängel des Buches diskreditiert.