Presse: IRA-Priester von Behörden gedeckt?

Glasgow (DT/KNA) In Schottland gibt es möglicherweise einen weiteren Priester, der 1973 an der Vorbereitung von IRA-Attentaten beteiligt gewesen sein soll. Der schottischen Tageszeitung „The Scotsman today“ (Donnerstag) zufolge entging auch er einer Strafe. Am Dienstag hatte die irische Polizei einen Untersuchungsbericht vorgelegt, dem zufolge ein katholischer Priester aus Nordirland mutmaßlich für die Bombenattentate von Claudy 1972 verantwortlich war. Spitzenvertreter von Polizei, britischer Regierung und katholischer Kirche hatten den Tatverdächtigen demnach gemeinsam durch Versetzung aus der Schusslinie genommen. Bei dem Anschlag kamen neun Menschen ums Leben. Dem schottischen Zeitungsbericht zufolge wurde 1973 ein weiterer Pfarrer, Bartholomew Burns, gemeinsam mit drei IRA-Aktivisten gesehen, wie sie „zwei Kartons und einen Koffer“ zu einem Auto trugen. Die Polizei habe die drei Terroristen daraufhin festgenommen, aber keinen Durchsuchungsbefehl für die Wohnung des Geistlichen gehabt, der sich zum Zeitpunkt der Festnahme dort aufgehalten habe. Wenig später habe ihn ein weiterer Priester seines Sprengels bereits abgeholt. Die Polizei informierte daraufhin den damaligen Weihbischof in Glasgow, Thomas Winnig, über 210 Sprengstoffkörper, 150 Zündkapseln und Infomaterial der IRA, das Burns in seinem Schlafzimmer versteckt haben soll. Der Bischof sprach sich offenbar damals dafür aus, Burns der Polizei auszuliefern. Der damalige Weihbischof James Ward und der Erzbischof von Glasgow, James Scanlan, verhinderten allerdings laut Bericht den Vorstoß.