Presse: Deutschen-Mörder wollte „einen Christen töten“

Istanbul (DT/KNA) Die türkische Presse bewertet den Mord an einem Deutschen in der Fußgängerzone von Istanbul als Alarmzeichen einer wachsenden Fremdenfeindlichkeit. Die Tageszeitung „Milliyet“ (Freitag) kommentiert, die Bluttat von Istanbul stehe in einer Reihe mit dem Mord an dem katholischen Priester Andrea Santoro in Trabzon, der Ermordung dreier Protestanten in Malatya und der Messerattacke auf einen katholischen Priester in Izmir. Der Kolumnist verweist auf die Aussage des Täters gegenüber der Staatsanwaltschaft, er habe einen Christen töten wollen. Aus juristischer Sicht möge es sich bei dem jüngsten Mord vielleicht um ein isoliertes Ereignis handeln. Aus soziologischer Sicht sei es aber die Spitze eines Eisberges, so der Kommentar. Der deutsche Geschäftsmann war am Montag in Istanbul von einem 26-jährigen Arbeitslosen erstochen worden. Er befand sich nach dem Gebet in einer christlichen Kirche in der Fußgängerzone auf dem Weg zu einer Verabredung.