Prälat Imkamp kritisiert Priesterausbildung

Augsburg (DT/kath.net) Der Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild, Prälat Wilhelm Imkamp, hat im Gespräch mit der „Augsburger Allgemeinen“ die Priesterausbildung in Deutschland kritisiert. Der Priesternachwuchs sei „harmoniebedürftig“ und lebe in einer „Konsensidylle“, dabei würden sie nicht lernen, mit Konflikten umzugehen. Imkamp sah die Ursachen für das Aufgeben der Priesterberufung nicht zuletzt in der Ausbildung. „Als Kaplan segeln sie mit dem Charme der Jugend auf einer Wolke von Akzeptanz“, in den Pastoralpraktika würden junge Priester meist ein harmonische Pfarrleben ohne größere Konflikte erleben, doch mit der Übernahme einer Pfarrei komme dann für die jungen Priester der große Einschnitt. Mit Übernahme der Verantwortung für eine Pfarrei müsste der Priester dann Letztentscheidungen treffen, so Imkamp. Schwindender Gottesdienstbesuch zehre an den Nerven, „Eventhopperei“ der Pfarreimitglieder führe zur „Eventisierung“ des Priestertums. Dabei bilde aber doch eigentlich die Messe eine Gemeinschaft unabhängig von der Zahl der Gemeindemitglieder, doch werde dies zu wenig vermittelt. Der Prälat warb für Praktika, die „Realität in einer großen Breite“ vermittelten. Denkbar sei hier auch ein Praktikum in der Lokalredaktion einer Zeitung.