Polnische Militärbischöfe beigesetzt

Warschau (DT/KNA) Einen Tag nach dem polnischen Präsidentenpaar sind am Montag in Polen weitere Opfer des Flugzeugunglücks von Smolensk beigesetzt worden. Unter anderem nahm das Land Abschied vom katholischen Militärbischof Tadeusz Ploski (54) und dem orthodoxen Militär-Erzbischof Miron Chodakowski (52). Beide sollten auf dem polnischen Soldatenfriedhof bei Katyn einen ökumenischen Gottesdienst feiern. Verteidigungsminister Bogdan Kilch verlieh beiden Geistlichen im Rang eines Generals bei getrennten Trauerfeiern in Warschau posthum militärische Orden und übergab sie Familienangehörigen. Ploski und der bei dem Unglück ebenfalls getötete Vizekanzler der katholischen Militärdiözese, Pfarrer Jan Osinski (35), wurden in der Krypta der Militär-Kathedrale bestattet. Die Totenmesse feierten der Apostolische Nuntius in Polen, Erzbischof Jozef Kowalczyk, der polnische Primas, Erzbischof Henryk Muszynski, sowie die Erzbischöfe Kazimierz Nycz (Warschau) und Slawoj Leszek Glodz (Danzig), der Ploskis Vorgänger als Militärbischof war. Mirons letzte Ruhestätte ist ein orthodoxes Kloster im Nordosten Polens. Am Montagabend sollte der letzte Präsident der polnischen Exilregierung in London, Ryszard Kaczorowski (90), in der im Bau befindlichen Nationalkirche der Göttlichen Barmherzigkeit in Warschau bestattet werden. In deren Krypta befindet sich ein Pantheon der großen Polen, in dem bereits unter anderen der erste postkommunistische Außenminister Krzysztof Skubiszewski beigesetzt ist. Vor dem Staatsbegräbnis war Kaczorowski im Warschauer Schloss Belweder aufgebahrt, das zeitweise Amtssitz der polnischen Staatspräsidenten war. Seine Familienangehörigen hatten es abgelehnt, den einstigen Exil-Präsidenten wie Kaczynski in der Krakauer Wawel-Kathedrale beisetzen zu lassen. Dies war ihnen vom Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz angeboten worden. Kaczorowski hatte 1990 Lech Walesa mit in das Amt des Staatspräsidenten eingeführt.