Pionierin für Frauenbildung

Tagesheilige: Die heilige Paula Montal Fornés – 26. Februar. Von Katrin Krips-Schmidt

Die Kindheit der heiligen Paula Montal Fornés, die am 11. Oktober 1799 in der kleinen katalanischen Küstenstadt Arenys de Mar in der Nähe von Barcelona das Licht der Welt erblickte, schien nicht gerade unbeschwert verlaufen zu sein. Mit zehn Jahren arbeitete sie bereits als Stickerin und Spitzenklöpplerin, um den Lebensunterhalt für ihre verwitwete Mutter und die vier jüngeren Geschwister mit zu verdienen. Dennoch nahm sie sich die Zeit zum Gebet und entdeckte ihre eigenen pädagogischen Fähigkeiten, als sie in ihrer Pfarrei bei der Katechese mitwirkte.

Paula war davon überzeugt, dass jemand, der keine gute Ausbildung genossen hatte, auch nicht optimal auf das Leben vorbereitet war. Da Frauen innerhalb der Familie das entscheidende Element waren, es in der damaligen Gesellschaft für Frauen jedoch nur wenige Möglichkeiten auf Bildung gab, fühlte sich Paula berufen, hier Pionierarbeit zu leisten. 1829 verließ sie daher im Alter von dreißig Jahren gemeinsam mit ihrer Freundin Ines Busquets ihren Heimatort und eröffnete mit ihr in Figueras an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien eine Schule, in der jungen Mädchen neben soliden fachlichen Kenntnissen auch eine religiöse Erziehung vermittelt wurde.

Die Schule war ein großer Erfolg

Ihre Arbeit war durch das Werk von Josef Calasanz, des Gründers der „Genossenschaft der Regularkleriker der frommen Schulen“, der „Piaristen“, geprägt. Sie arbeitete eng mit diesem Orden zusammen, und die Schule wurde ein großer Erfolg. Ein zweites Institut wurde 1842 in Arenys de Mar, ein drittes 1846 in Barcelona errichtet.

Kurze Zeit später rief Paula mit Hilfe der Piaristen am 2. Februar 1847 die „Kongregation der Töchter Mariens – Schwestern der frommen Schule“ ins Leben, sie selbst nahm den Ordensnamen Paula vom heiligen Josef von Calasanza Montal Fornés an. Wie die Piaristen legen auch die Frommen Schulschwestern ein viertes Gelübde ab, mit dem sie sich zum Unterrichten verpflichten.

Paula starb am 26. Februar 1889 im Alter von 89 Jahren in Olesa de Montserrat, wo sich auch ihre letzte Ruhestätte befindet. Die von ihr gegründete Kongregation, die 1860 von Papst Pius IX. approbiert wurde, ist heute mit über 800 Schwestern auf vier Kontinenten tätig. Papst Johannes Paul II. sprach die Ordensfrau am 25. November 2001 heilig, nachdem er sie 1993 in das Verzeichnis der Seligen aufgenommen hatte.