Pilgeransturm erwartet

Lourdes feiert 150. Jahrestag der Marienerscheinungen

Lourdes (DT/KNA) Die Feiern zum 150. Jahrestag der Marienerscheinungen in Lourdes erreichen am Wochenende ihren ersten Höhepunkt. Im südwestfranzösischen Wallfahrtsort werden dann rund 40 000 Pilger erwartet. Für den Sonntagabend ist in Lourdes eine Wallfahrt und für Montag ein Freiluftgottesdienst geplant. Das Jubiläumsjahr war im Dezember eröffnet worden. Die Kleinstadt Lourdes wurde 1858 durch die Marienerscheinungen der damals 14-jährigen Bernadette Soubirous weltberühmt. Die erste von 18 Erscheinungen fand am 11. Februar 1858 statt. Für die Dauer des Jubiläumsjahres gewährt die katholische Kirche Lourdes-Pilgern einen Sonderablass. Papst Benedikt XVI. soll im laufenden Jahr Lourdes besuchen, ein Datum dafür steht aber noch nicht fest.

Die heilige Bernadette, „Seherin von Lourdes“, gehört zu den besonders verehrten Heiligen der katholischen Kirche. Ihre Lebensgeschichte vermerkt: ein Mädchen aus bettelarmem Elternhaus, Jahrgang 1844, kränklich, lernschwach und ob ihrer materiellen und körperlichen Mängel verachtet, erfährt mit 14 Jahren beim Schafehüten das Schlüsselerlebnis ihres kurzen Lebens: Zwischen dem 11. Februar und dem 16. Juli 1858 erscheint ihr nach eigener Schilderung in der Grotte von Massabielle bei Lourdes 18 Mal eine schöne Dame, die sich zuletzt als die „Unbefleckte Empfängnis“ zu erkennen gibt. Die Gottesmutter selbst habe sie beauftragt, eine Kapelle zu errichten und Wallfahrten abhalten zu lassen, berichtet Bernadette. Nirgends zählt ein Prophet so wenig wie in seiner Vaterstadt – das Bibelwort gilt zunächst auch in dem verschlafenen Ort am Fuß der Pyrenäen. Pilgerströme und Journalisten fallen ein in das Provinzidyll. Es gibt erste Berichte über unerklärliche Heilungen. Doch zu Hause wird Bernadette von ihrer Mutter der Lüge bezichtigt für ihren „Faschingsrummel“. Der Ortspfarrer und der Bischof unterziehen sie strengen Verhören. Und der Bürgermeister, dem die Behörden schon drohen, man werde die geplante Zugtrasse an Lourdes vorbeilegen, wenn es nicht bald zur Besinnung komme, klagt: „Sie werden sehen, diese kleine Landplage hat uns die Eisenbahn vermasselt.“ Derselbe Bürgermeister plant später, als die Bahn schon längst und erst recht im Ort Station macht, den Verkauf eines nach ihm benannten Wassers.

Der „Fall Soubirous“ verselbstständigt sich: 1862 werden die Erscheinungen vom zuständigen Ortsbischof Laurence von Tarbes, 1891 von Papst Leo XIII. kirchlich anerkannt. 1925 wird Bernadette selig-, 1933 heiliggesprochen. Bernadette, selbst immer wieder schwer krank, tritt in den Krankenpflege-Orden der „Dames de Nevers“ ein. Dort stirbt sie 1879 mit nur 35 Jahren.