Pfarrer aus Salzgitter gesteht Missbrauch

Braunschweig (DT/KNA) Ein wegen sexuellen Missbrauchs angeklagter katholischer Priester aus Salzgitter hat alle Anschuldigungen gegen ihn eingeräumt. Dem 46-Jährigen wird zur Last gelegt, sich zwischen 2004 und 2011 in 280 Fällen an drei Jungen vergangen zu haben. Beim Prozessauftakt am Donnerstag vor dem Landgericht Braunschweig erklärte der Verteidiger des Geistlichen, die Vorwürfe träfen in vollem Umfang zu. Anschließend stellte sich der Angeklagte den Fragen der Richter. Der frühere Pfarrer von Salzgitter-Lebenstedt wurde im Juli 2011 festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Zugleich wurde er vom Bistum Hildesheim beurlaubt. Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird am 2. Februar erwartet. „Wir sind erstaunt und erschüttert über das Ausmaß an Missbrauchsfällen, das heute Morgen hier zur Sprache gekommen ist“, sagte der Sprecher des Bistums Hildesheim, Michael Lukas, auf Anfrage. Zugleich bestehe Erleichterung darüber, dass der Pfarrer gestanden habe und damit vermutlich den Opfern eine Aussage erspart bleibe. „Wir erwarten, dass das Gericht zu einer schnellen und gerechten Entscheidung kommt, mit der vor allen Dingen die Opfer leben können“, so der Sprecher. Das Bistum werde versuchen, mit den Betroffenen Kontakt aufzunehmen und ihnen Hilfe anzubieten. Lukas betonte, die Diözese bedauere die Vorfälle, habe aber auf Basis der ihr vorliegenden Fakten und Erkenntnisse korrekt gehandelt. „Dem Pfarrer ist es offensichtlich gelungen, seine Taten so gut zu tarnen, dass jahrelang niemand etwas davon bemerkt hat, nicht einmal die Eltern der Opfer.“