Personalien

Stabwechsel in der Kontaktstelle der katholischen Kirche in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt: Martin Hülskamp (51), bislang als Offizial an der Spitze des Diözesangerichts Münster, ist am Dienstagabend als neuer Leiter des Katholischen Büros in Düsseldorf eingeführt worden. Bei dem Gottesdienst in der Maxkirche und einem anschließenden Festakt wurde Karl-Heinz Vogt (71) nach zehnjähriger Tätigkeit in diesem Amt in den Ruhestand verabschiedet. An der Feier nahmen der nordrhein-westfälische Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), die Fraktionsspitzen, zahlreiche Abgeordnete sowie die Bischöfe der fünf nordrhein-westfälischen Bistümer Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn teil. Das Katholische Büro in Düsseldorf ist die Kontaktstelle der NRW-Bistümer zur Landesregierung, den Parteien und Landesbehörden. In seiner Predigt sagte der Kölner Kardinal Joachim Meisner, es sei nicht Aufgabe der Kirche, konkrete Lösungen für die Politik zu entwickeln. Es sei aber „Recht und Pflicht der Kirche, moralische Urteile über zeitliche Angelegenheiten zu fällen“, wenn dies vom Glauben gefordert sei. Für diesen Dienst am Gemeinwohl sei das Katholische Büro „ein wesentliches Instrument“. Beim Empfang würdigte Meisner die Verdienste Vogts. Unter vier Ministerpräsidenten an der Schnittstelle zwischen Politik und Kirche habe dieser spüren können, „welchen Spagat das bedeuten kann“. Auf zurückhaltende Art sei es Vogt hervorragend gelungen, mit der Landespolitik bei aller Unterschiedlichkeit von Positionen im Dialog zu bleiben. Bei Hülskamp falle diese Aufgabe in bewährte Hände, so Meisner. Anlässlich seiner neuen Aufgabe wurde Hülskamp vom Papst zum Prälaten ernannt; die Urkunde hatte er im Gottesdienst erhalten. Auch Kraft dankte Vogt für sein Wirken. Bei ihm hätten nicht politische Beschlussvorlagen im Vordergrund gestanden, sondern „immer der Mensch“. Angesichts des oft ruppigen Umgangs in der Politik habe er sich „auf leisem und diplomatischen Weg“ um einen anderen Ton bemüht. Uhlenberg nannte Vogt einen „verlässlichen Partner und guten Freund“, der den Abgeordneten als Seelsorger zur Verfügung gestanden habe. Zudem sei er bei Gesetzesinitiativen etwa zu den Themen Kindertagesstätten, Schulfragen, Schwangerschaftskonfliktberatung, Feiertagsgesetz oder Kopftuchverbot ein konstruktiver Begleiter gewesen. Hülskamp wurde am 9. Januar 1959 in Münster geboren und 1985 zum Priester geweiht. Er studierte an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom Kirchenrecht. 1990 wurde er Mitarbeiter der deutschsprachigen Abteilung des Päpstlichen Staatssekretariats in Rom, ein Jahr darauf Mitarbeiter in der deutsch-vatikanischen Aufsichtskommission über die deutschsprachigen Medien. Im November 1996 berief ihn der damalige Münsteraner Bischof Reinhold Lettmann zum Leiter des Diözesangerichts. 1997 wurde er Domkapitular und Mitglied des Rundfunkrats beim WDR.

Andreas Thiermeyer (Foto: KNA), ehemaliger Leiter des Eichstätter Collegium Orientale, erhält den Ehrentitel „Archimandrit“ der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine. Bischof Milan Sasik von Mukachevo wird Thiermeyer am 10. Oktober bei einer feierlichen Liturgie das Brustkreuz, den Krummstab und ein liturgisches Kleidungsstück der Ostkirche, das sogenannte Epigonation, überreichen. Damit sollen dessen Verdienste für die katholischen Kirchen des Ostens, besonders für die Eparchie Mukachevo, gewürdigt werden, wie die Bischöfliche Pressestelle am Dienstag in Eichstätt mitteilte. Diese Form der Ehrenbezeugung geht in den griechischen und slawischen Kirchen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Der 1977 zum Priester geweihte Thiermeyer war von 1998 bis 2008 Leiter des Eichstätter Collegium Orientale, bevor er Wallfahrtsrektor auf dem Habsberg und Direktor des Diözesanjugendhauses wurde. Bereits 2002 verlieh ihm Kardinal Lubomyr Husar, Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, den Titel des mitrierten Protopresbyters, also Erzpriesters. Außerdem ist Thiermeyer Konsultor der vatikanischen Ostkirchen-Kongregation.

Konrad Dorn (68), ehemaliger Offizial des Metropolitangerichts Bamberg, hat den Titel eines „Päpstlichen Ehrenprälaten“ erhalten. Damit werde sein langjähriges Wirken an dem Kirchengericht als auch sein seelsorgerisches Wirken gewürdigt, sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick laut einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung des Ordinariats. Dorn war vom 1. April 1996 bis zum 31. August 2010 Offizial. Er arbeitet auch nach seiner Versetzung in den Ruhestand als Diözesanrichter.