Personalien

Stephan Stocker (49), Priester der Schweizer Diözese Chur und Nuntiaturrat an der Apostolischen Nuntiatur in Berlin, wechselt in die Vatikanvertretung in Den Haag, Niederlande. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, verabschiedete Stocker am Mittwochabend bei einem Empfang. Stocker war im Jahr 2003 von seinem Posten aus Stockholm nach Deutschland gewechselt. Nachfolger in Berlin wird der bisher in Kiew tätige Tuono T. Vimpari. Er war früher Generalvikar des Bistums Helsinki in Finnland. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte Stocker als Person von eindrucksvoller Kirchlichkeit. Diese habe ihn „stets die Nähe zur Kirche in Deutschland suchen lassen, ohne doch Grenzen zu verwischen“. Zollitsch dankte Stocker auch im Namen der Bischofskonferenz für dessen Engagement bei der Ausrichtung des Kölner Weltjugendtages. Der gebürtige Schweizer studierte in Rom Theologie. 1988 wurde er im Petersdom von Papst Johannes Paul II. zum Priester geweiht. Stationen seines diplomatischen Wirkens führten ihn nach Kamerun, Dänemark und Schweden. In Deutschland war Stocker unter anderem mit den Besuchen von Papst Benedikt XVI. beim Weltjugendtag in Köln und in Bayern befasst.

Michele Castoro (57), Bischof von Oria in Süditalien, ist zum neuen Erzbischof von Manfredonia an der Adriaküste ernannt worden. Das teilte der Vatikan am Mittwoch mit. Der aus der Provinz Bari stammende Kirchenmann und Fundamentaltheologe wird damit auch Oberhirte eines der meistbesuchten italienischen Wallfahrtsorte des Landes, San Giovanni Rotondo. Dort befindet sich das Grab des heiligen Kapuzinerpaters Pio von Pietrelcina (1887–1968). Papst Benedikt XVI. machte Castoro zugleich zum Generaldirektor der „Internationalen Vereinigung der Pater-Pio-Gebetsgruppen“. Sein Vorgänger, Erzbischof Domenico D'Ambrosio (67), war nach sechs Jahren in Manfredonia Mitte April an die Spitze des süditalienischen Erzbistums Lecce berufen worden.

Bischof Renato Boccardo (56), Vatikandiplomat und Generalsekretär im Vatikanstaat, leitet künftig das mittelitalienische Erzbistum Spoleto-Norcia. Der Vatikan gab die Ernennung durch Papst Benedikt XVI. am Donnerstag bekannt. Der aus Turin stammende Theologe hatte sich unter Johannes Paul II. als Protokollchef und Reisemarschall einen Namen gemacht. Bis vor kurzem galt Boccardo auch als aussichtsreicher Kandidat für den prestigeträchtigen Posten des Vatikanbotschafters in Paris. Das Erzbistum Spoleto zählt gut 100 000 Katholiken. Boccardo, am 21. Dezember 1952 in San Ambrogio di Torino geboren, trat nach dem Theologiestudium und einer Spezialisierung in Kirchenrecht 1982 in den Dienst des Heiligen Stuhls. Unter anderem arbeitete er in den diplomatischen Vertretungen in Bolivien, Kamerun und Frankreich. 1992 übertrug Johannes Paul II. ihm die Verantwortung für die Jugendsektion im Päpstlichen Laienrat. In dieser Funktion organisierte Boccardo die Weltjugendtage in Denver (1993), Manila (1995), Paris (1997) und Rom (2000). 2001 wurde Boccardo Cheforganisator der Papstreisen. Johannes Paul II. berief ihn 2003 zusätzlich auf den zweithöchsten Posten im vatikanischen Medienrat und ernannte ihn zum Titularbischof. Im Februar 2005 erhielt er die Aufgabe eines stellvertretenden Verwaltungschefs im Governatorat des Vatikanstaates. Im Oktober des gleichen Jahres bestimmte der neue Papst Benedikt XVI. den damals 59-jährigen Nichtpriester Alberto Gasbarri zu seinem neuen Reisemarschall. Zu Boccardos Nachfolger in der Verwaltung des Vatikanstaates wurde laut Mitteilung vom Donnerstag Erzbischof Carlo Maria Vigano (68), bislang päpstlicher Nuntius für Sonderaufgaben, ernannt. Er übernimmt damit die Funktion eines Vize-Gouverneurs. Vigano, am 16. Januar 1941 im norditalienischen Varese geboren, wirkte von 1992 bis 1998 als Vatikanbotschafter in Nigeria. Johannes Paul II. berief ihn anschließend als Delegat für die päpstlichen Vertretungen ins Staatssekretariat. Das Governatorat wies nach den Anfang Juli vom Vatikan veröffentlichten Zahlen im Haushaltsjahr 2008 ein Defizit von 15, 3 Millionen Euro aus. Im Unterschied zum Heiligen Stuhl, der katholischen Leitungszentrale, gibt der päpstliche Kleinstaat sein Gesamtbudget nicht bekannt.

Peter Brian Wells (46), bisher Nuntiaturrat im vatikanischen Staatssekretariat, ist dort zum Assessor in der Sektion für allgemeine Angelegenheiten aufgestiegen. Damit übernimmt der US-Amerikaner die Funktion eines stellvertretenden Innenministers im Vatikan. Der Vatikan gab die Berufung durch Papst Benedikt XVI. am Donnerstag bekannt. Wells tritt an die Stelle von Gabriele Giordano Caccia (51), der zum Botschafter im Libanon ernannt wurde. Wells, am 12. Mai 1963 in Tulsa im nordamerikanischen Bundesstaat Oklahoma geboren und Priester seines Heimatbistums, studierte Theologie in Rom und erwarb 1999 einen Doktortitel in Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Im gleichen Jahr trat er mit einer Aufgabe in Nigeria in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Drei Jahre später wechselte er in die römische Leitungszentrale. Caccia erhält mit der Beförderung zum Nuntius im Libanon den Titel eines Erzbischofs. Seinen bisherigen Posten im Staatssekretariat bekleidete der Kirchenrechtler und Diplomat seit sechs Jahren. Caccia, am 11. Juni 1958 in Mailand geboren, trat 1991 mit einem Posten in Tansania in den diplomatischen Dienst des Vatikan. Zwei Jahre später berief ihn Johannes Paul II. in die Sektion für allgemeine Angelegenheiten im Staatssekretariat. Im Dezember 2002 wurde er dort zum Assessor ernannt.