Personalien

Zygmunt Zimowski (60), bislang Bischof von Radom in Polen, wird künftig für Gesundheitsfragen im Vatikan zuständig sein. Wie der Vatikan am Samstag mitteilte, ernannte Papst Benedikt XVI. seinen ehemaligen Mitarbeiter in der Glaubenskongregation zum Nachfolger von Kardinal Javier Lozano Barragan (76). Der gebürtige Mexikaner hatte den Päpstlichen Rat für die Pastoral im Krankendienst seit 1997 geleitet. Zimowski, am 7. April 1949 in Kupienin bei Tarnow in Südpolen geboren, studierte Theologie in Lublin und promovierte anschließend im Fach Dogmatik in Innsbruck. 1983 trat er bei der römischen Glaubenskongregation in Dienst. Dessen Leiter Kardinal Joseph Ratzinger hatte Zimowski fünf Jahre zuvor während seines Studiums in Innsbruck kennengelernt; damals war Ratzinger noch Erzbischof von München und Freising. 2002 ernannte Johannes Paul II. Zimowski zum Bischof von Radom, einer Industriestadt südlich von Warschau. Nach dem im Eklat erfolgten Rücktritt von Erzbischof Stanislaw Wielgus im Januar 2007 war er auch als Kandidat für den Erzbischofssitz der polnischen Hauptstadt im Gespräch. Zeitweise lehrte Zimowski Dogmatik mit Schwerpunkt Ekklesiologie an den Theologischen Fakultäten von Lublin und Warschau. Neben einer umfassenden wissenschaftlichen Publikationstätigkeit wirkte er auch an der polnischen Ausgabe des Katechismus der Katholischen Kirche mit. Innerhalb der polnischen Bischofskonferenz wirkte der Bischof, der neben seiner Muttersprache auch Deutsch, Italienisch, Englisch, Französisch und Russisch spricht, unter anderem in der Ökumene-Kommission. Mit Zimowski stehen jetzt drei Polen an der Spitze von Vatikan-Behörden.

Matthias Heinrich ist neuer Weihbischof für das Erzbistum Berlin. In der voll besetzten Sankt-Hedwigs-Kathedrale weihte Kardinal Georg Sterzinsky ihn am Sonntag zum Bischof. Heinrich ist bislang Personaldezernent des Erzbistums Berlin. Als Weihbischof folgt der 54-Jährige nun Wolfgang Weider nach, der das Amt im Oktober 2007 mit Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren niedergelegt hatte. Ein Weihbischof unterstützt den Diözesanbischof in dessen Leitungsaufgaben. Zur Feier kamen unter anderen der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, der Kölner Kardinal Joachim Meisner, der Hamburger Erzbischof Werner Thissen, der Erfurter Bischof Joachim Wanke, der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle sowie der Stettiner Alt-Erzbischof Marian Przykucki. Als mitweihende Bischöfe legten auch sie Heinrich die Hände auf. An dem feierlichen Gottesdienst nahmen auch der Berliner evangelische Generalsuperintendent Ralf Meister, der Generalbischof der Koptisch-Orthodosen Kirche in Deutschland, Anba Damian, sowie Berlins Kulturstaatssekretär Andre Schmitz teil. In seiner Predigt betonte Sterzinsky, dass er und Heinrich künftig gemeinsam für die Wirklichkeit Gottes Zeugnis ablegen wollen. „In einer Stadt, von der viele sagen, sie sei eine Stadt der Atheisten, werden wir dagegenhalten mit dem Zeugnis der Worte und der Taten“, so der Kardinal. Denn Berlin sei auch eine Stadt der bekennenden Christen. Heinrich wurde am 26. Juni 1954 in West-Berlin geboren. 1981 weihte ihn der damalige Berliner Bischof Meisner zum Priester. Nach Kaplansjahren berief Meisner ihn 1984 zum Jugendpfarrer und Diözesandirektor des Päpstlichen Werks für geistliche Berufe. Von 1985 bis 1992 sowie von 1994 bis 2005 leitete Heinrich das Priesterseminar des Erzbistums, zeitweise auch die Fort- und Weiterbildung der Priester. Zwischen 1989 und 1993 absolvierte er zudem ein Aufbaustudium in Rom und promovierte 1998 zum Doktor des Kirchenrechts. Im selben Jahr berief Kardinal Sterzinsky ihn zum Diözesanrichter am Konsistorium des Erzbistums, seit 2003 leitet er das Personaldezernat. Heinrich gehört zudem seit 2004 dem Berliner Domkapitel an.

Peter Beer (43), Leiter des Katholischen Büros Bayern, wird zum 1. Januar 2010 Generalvikar und damit ständiger Vertreter des Erzbischofs, wie die Erzbischöfliche Pressestelle am Sonntag mitteilte. Bereits ab Herbst soll er das Amt des stellvertretenden Generalvikars übernehmen, bevor er endgültig die Nachfolge von Robert Simon (71) antritt, der diese Aufgabe seit 23 Jahren innehatte. Neuer Erzbischöflicher Finanzdirektor wird zum Herbst der bisherige stellvertretende Generalvikar Klaus-Peter Franzl (44). Er löst Sebastian Anneser (70) ab, der seit 1997 die Finanzkammer leitet. Der aus dem niederbayerischen Kelheim stammende Beer promovierte in Pädagogik und Theologie und wurde 2002 in Freising zum Priester geweiht. Er lehrt als Honorarprofessor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Benediktbeuern. Seit November 2006 leitet der Geistliche das Katholische Büro Bayern, das als Kontaktstelle der katholischen Kirche zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens dient. Im Auftrag der bayerischen Bischöfe pflegt er die Kontakte zu Staatsregierung, Landtag und Verbänden. Über seine Nachfolge wollen die bayerischen Bischöfe auf ihrer Frühjahrstagung in Altötting beraten. Franzl bringt für seine neue Aufgabe in der Finanzkammer bereits einschlägige Erfahrung mit. Er absolvierte zunächst eine Banklehre, bevor er das Abitur nachholte und Theologie sowie Philosophie studierte. 1997 folgte die Priesterweihe. Ab 2000 war der Geistliche Regionalpfarrer in der Seelsorgsregion Süd, bis er 2007 stellvertretender Generalvikar wurde. Im Auftrag des Erzbischofs leitet er unter anderem das Reformprojekt „Dem Glauben Zukunft geben“, mit dem die Seelsorge im Erzbistum neu strukturiert werden soll.