Personalien

Kurienkardinal Walter Kasper gehört zu den fünfzehn Mitgliedern des neuen Bischofsrates, der die Nacharbeiten für die Weltbischofssynode erledigt. Zu diesen Aufgaben gehört vor allem die Unterstützung des Papstes bei der Abfassung des nachsynodalen Schreibens, mit dem die Ergebnisse des dreiwöchigen Bischofstreffens zusammengefasst werden.

Johan Bonny (53), Rektor des Belgischen Kollegs in Rom und Mitarbeiter im Päpstlichen Einheitsrat, wird neuer Bischof von Antwerpen. Der Vatikan teilte die Ernennung am Dienstag mit. Bonny wird Nachfolger von Paul Van den Berghe (75), dessen altersbedingten Rücktritt Papst Benedikt XVI. am gleichen Tag annahm. Bonny wurde am 10. Juli 1955 in Oostende geboren. Er studierte in Brügge, Löwen und Rom. Nach seiner Priesterweihe 1980 war er zunächst als Dozent im Priesterseminar der Diözese Brügge tätig. Seit 1997 arbeitet er im vatikanischen Einheitsrat, der für Fragen der Ökumene zuständig ist.

Yvonne Reungoat (63), französische Ordensfrau, ist neue Generaloberin der Don-Bosco-Schwestern. Mit der Wahl der studierten Historikerin und Geografin am Freitag auf dem Generalkapitel in Rom leitet erstmals eine Nichtitalienerin den 1872 gegründeten Orden. Reungoats Vorgängerin Antonia Colombo (73) gab ihr Amt nach zwölf Jahren ab. Die Ordensgemeinschaft mit der offiziellen Bezeichnung „Töchter Mariä Hilfe der Christen“ (FMA) ist nach eigenen Angaben mit 14 500 Schwestern in 89 Ländern tätig, vor allem in der Jugendpastoral und Bildung.

Friedrich Weingartner SJ und Luis Gutheinz SJ, österreichische China-Missionare, sind mit dem „Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst“ der Republik Österreich ausgezeichnet worden. Bundespräsident Heinz Fischer hatte die Auszeichnung bereits am 2. Oktober den beiden Jesuiten in Abwesenheit verliehen. Am Montag wurde ihnen die staatliche Auszeichnung bei einer Feier in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh überreicht. Unter den Gratulanten waren auch die Wiener Sängerknaben. Sie befinden sich derzeit auf einer Asientournee und sorgten für die musikalische Gestaltung der Feier. Die beiden Jesuiten leben seit mehr als vierzig Jahren in Taiwan und China. Pater Gutheinz arbeitet seit 1966 an der Fu Jen Catholic University in Taipeh. Zu seinen Hauptwerken gehören mehrere theologische Wörterbücher und Lexika in chinesischer Sprache. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit hat der heute 75-Jährige den „China Leprosy Service“ (CLS) gegründet. Der Leprosendienst kümmert sich in China und Taiwan um gut siebzig Lepradörfer. Pater Weingartner – er feiert bald seinen 91. Geburtstag – lebt seit 1964 in Taiwan. Dreißig Jahre lang unterrichtete er an der Nationaluniversität Taiwan Sprachwissenschaft. Seit mehreren Jahrzehnten erforscht er die Sprachen der Ureinwohner Taiwans. Seine Publikationen sind die ersten schriftlichen Aufzeichnungen, die zu diesem Thema in chinesischer Sprache erschienen sind. Im Jahr 2000 gründete Weingartner für die Forschung in diesem Bereich das „Aboriginal Languages Research Center“ an der Universität von Taipeh.

Manfred Probst SAC (68), Pallottiner und Professor für Liturgiewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar, ist von seiner Lehrtätigkeit entbunden worden. Der langjährige Rektor der Hochschule trug durch Internationalisierung des Lehrkörpers, Ringvorlesungen und Symposien zu pallottinischen und kirchlichen Themen entscheidend zur Profilierung der Hochschule bei. Als sich die Möglichkeit ergab, ein „zweites Standbein“ in Gestalt der pflegewissenschaftlichen Fakultät zu etablieren, setzte er sich an die Spitze der Professoren, die diese Zukunftsvision hatten und erfolgreich umsetzten. Nach seiner Emeritierung wird er am Seligsprechungsprozess des Pallottinerpaters Richard Henkes weiterarbeiten, der im Konzentrationslager sein Leben für Typhuskranke einsetzte.

Thomas Dörflinger (43), CDU-Bundestagsabgeordneter aus Waldshut-Tiengen in Baden-Württemberg, ist erneut zum Bundesvorsitzenden des Kolpingwerks gewählt worden. Der Politiker hat das Amt seit vier Jahren inne. Die Bundesversammlung des katholischen Sozialverbandes wählte am Freitag in Essen Ottmar Dillenburg (47) aus Koblenz zum neuen Bundespräses. Der Geistliche sitzt in der Bundesleitung der Kolpingjugend Deutschland und tritt die Nachfolge von Alois Schröder (66) an, der nach zwölf Jahren als Bundespräses nicht wieder kandidierte. Dörflingers Stellvertreter sind Barbara Breher (45) aus Pfaffenhofen, die ebenfalls im Amt bestätigt wurde, sowie Stefan Kowoll (42) aus Hennef im Rhein-Sieg-Kreis.