Personalien

Salvatore Fisichella (56), Rektor der Päpstlichen Lateran-Universität und bislang Weihbischof in Rom, ist am Dienstag zum neuen Präsidenten der Akademie für das Leben ernannt worden. Zugleich erhob ihn Papst Benedikt XVI. in den Rang eines Erzbischofs. Fisichella wird in dieser Funktion Nachfolger des Bioethik-Experten Bischof Elio Sgreccia, der vor einer Woche sein 80. Lebensjahr vollendete und dem Papst seinen Rücktritt anbot. Sgreccia war viele Jahre Professor für Bioethik an der Medizinischen Fakultät der Katholischen Universität in Rom. 1992 wurde er Sekretär im Päpstlichen Familienrat und erhielt den Rang eines Bischofs. Zwei Jahre später wechselte er als Vizepräsident an die neu gegründete Akademie für das Leben. Anfang 2005 ernannte ihn Johannes Paul II. zu deren Präsident. Die Akademie für das Leben ist das Beratungs- und Studienorgan des Heiligen Stuhls für alle Fragen des Lebensschutzes. Sie ist Anlaufstelle für Wissenschaftler aus aller Welt und organisiert jährlich einen interdisziplinären Kongress. Zuletzt wurden dabei Fragen der Stammzellforschung, des ethischen Umgangs mit Kranken und Sterbenden oder generell das Verhältnis von Schöpfungslehre und Evolutionstheorien behandelt. In einer jüngsten Stellungnahme bezeichnete Sgreccia die Züchtung von Hybrid-Embryonen aus menschlichem und tierischem Erbgut als „monströsen Akt“ gegen die Menschenwürde. isichella, 1951 bei Lodi in der Lombardei geboren und seit 1998 Weihbischof in Rom, gehört zu den profiliertesten Kirchenvertretern im römischen Vikariat. Er ist Rektor der Lateran-Universität, Mitglied der vatikanischen Glaubenskongregation und arbeitete im zentralen Vorbereitungsgremium zum Heiligen Jahr 2000 mit. Durch seine Tätigkeit als italienischer Parlamentsseelsorger unterhält er zudem viele Kontakte zu Politikern unterschiedlicher Lager. Von Haus aus ist er Fundamentaltheologe, gilt aber auch in verschiedenen Grenzfragen einschließlich der Bioethik als kompetent. Seine Erhebung zum Erzbischof deutet darauf hin, dass der Vatikan diesem Organ von Wissenschaftlern künftig eine noch höhere Bedeutung beimessen will. Mit der Ernennung zum Akademie-Präsidenten dürften Spekulationen beendet sein, die Fisichella als möglichen Kandidaten für die Nachfolge von Kardinalvikar Camillo Ruini in der Leitung des Bistums Rom sahen. Auch Überlegungen, der rührige Kirchenmann könnte demnächst eine wichtige Position in der Glaubenskongregation übernehmen, scheinen damit zunächst vom Tisch.

Jürgen Vorndran (41), Dekan in Aschaffenburg, wird neuer Dompfarrer in Würzburg. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann ernannte ihn am Sonntag außerdem zum Pfarrer der Neumünsterkirche, von Sankt Peter und Paul und der Hofpfarrei. Vorndran wird die Ämter zum 1. Dezember antreten. Der 1993 zum Priester geweihte Theologe ist promovierter Alttestamentler. Seit 2005 ist er Dekan in Aschaffenburg.

Eduard Gruber ist der neue Generalvikar der Diözese St. Pölten. Diözesanbischof Klaus Küng ernannte den Kremser Dechanten mit 1. September zu seinem Generalvikar. Gruber, der derzeit Pfarrer in Krems-St. Veit ist, folgt dem 67-jährigen Prälaten Leopold Schagerl nach, der sein Amt als Generalvikar aus gesundheitlichen Gründen zurücklegt. Schagerl war nach dem Amtsantritt von Bischof Klaus Küng in St. Pölten im Herbst 2004 zum Generalvikar der Diözese ernannt worden. Er wird weiterhin dem St. Pöltner Domkapitel und anderen kirchlichen Gremien angehören und künftig in der Pfarrseelsorge tätig sein. Der zukünftige St. Pöltner Generalvikar wurde 1952 in Weißenkirchen in der Wachau geboren. Nach der Matura trat er 1972 ins Priesterseminar St. Pölten ein, 1979 wurde Gruber zum Priester geweiht. Gruber wirkte als Kaplan in Ybbs, Schrems und Krems-St. Veit. Von 1982 bis 1985 erwarb er in Rom ein Lizentiat in Bibelwissenschaften, anschließend war er zwei Jahre lang Studentenseelsorger in Graz. Im September 1987 übernahm Gruber als Rektor die geistliche Leitung des Bildungshauses St. Hippolyt. 1995 wurde er zum Konsistorialrat ernannt. Seit 1997 ist Gruber Pfarrer in Krems-St. Veit.

Bernward Büchner (71), seit 1985 Vorsitzender der Juristen-Vereinigung Lebensrecht in Deutschland, ist von Papst Benedikt XVI. zum „Komtur des Gregoriusordens“ ernannt worden. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, überreichte die päpstliche Ehrung am Dienstag in Freiburg. Büchner setze sich seit Jahrzehnten mit „Beharrlichkeit und Entschiedenheit“ für Lebensschutz und Menschenwürde ein, so Zollitsch. Büchner war von 1980 bis 2002 Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht in Karlsruhe und Freiburg. Seit mehr als 20 Jahren leitet er als Vorsitzender die Geschicke der Juristen-Vereinigung Lebensrecht und ist seit 2002 stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht. In seiner Dankesrede sagte Büchner, nicht jedem sei bewusst, dass zum Christsein auch gehöre, Lebensschützer zu sein. Papst Johannes Paul II. habe diese Erkenntnis in seiner Enzyklika „Evangelium vitae“ besonders eindrucksvoll vermittelt. Der Text zeigte auch auf, wie Christen dem Evangelium vom Leben auf vielfältige Weise dienen könnten. Die Bischöfe der Vereinigten Staaten hätten dies den amerikanischen Katholiken unter dem Titel „Das Evangelium des Lebens leben“ in einem Hirtenbrief noch einmal besonders verdeutlicht. Wörtlich sagte Büchner: „Dieses Evangelium zu leben, ist Aufgabe jedes Christen, nicht das Monopol einzelner Gruppen. Aber es ist gut und notwendig, dass es Organisationen gibt, die sich dieser Aufgabe in besonderer Weise widmen.“