Personalien

Kardinal Ennio Antonelli (71), seit 2001 Erzbischof von Florenz, ist neuer vatikanischer „Familienminister“. Papst Benedikt XVI. ernannte den früheren Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz am Samstag zum Präsidenten des Päpstlichen Familienrats. Er folgt dem im April verstorbenen kolumbianischen Kurienkardinal Alfonso Lopez Trujillo. Antonelli, am 18. November 1936 im umbrischen Todi geboren, war zunächst Professor für Theologie in Assisi. Zwischen 1982 und 1988 leitete er die kleine Diözese Gubbio und wechselte dann nach Perugia. 1995 wurde er Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz, bevor Johannes Paul II. ihn 2001 mit der Kirchenleitung der toskanischen Metropole Florenz betraute. Dort engagierte er sich unter anderem in den Bereichen Bildung und Gesundheit sowie bei sozialen Fragen. Seit Oktober 2003 ist Antonelli Kardinal. In der vatikanischen Kurie verstärkt Antonelli die Gruppe der italienischen Kardinäle.

Andre-Mutien Leonard (67), Bischof von Namur in Südbelgien, ist vom Vorwurf der Diskriminierung Homosexueller freigesprochen worden. Ein Gericht in Namur entschied am Mittwoch laut belgischen Rundfunkberichten, der Bischof habe mit seinen Äußerungen nicht die Absicht gehabt, Homosexuelle zu diskriminieren. Eine Zeitschrift hatte Leonard, der als ein möglicher Nachfolger für den Brüsseler Kardinal Godfried Danneels genannt wird, im April 2007 mit den Worten zitiert, Homosexuelle seien anomal. Leonard selbst erklärte, seine Äußerungen seien verzerrt worden. Er sehe Homosexualität mit Sigmund Freud als eine Sexualität an, die in ihrer Entwicklung unterbrochen sei. Das bedeute nicht, dass er keinen Respekt vor Homosexuellen habe. In dem Interview wurde Leonard mit den Worten zitiert, die Glorifizierung von Homosexualität durch die sogenannte Gay-Pride-Bewegung bedeute einen Rückfall in die griechisch-römische Antike und damit um zwei Jahrtausende. Sich auf Kondome als Schutz vor HIV und Aids zu verlassen, verglich er laut der Zeitschrift mit „russischem Roulette“.

Monsignore Aldo Giordano (53), seit 1995 Generalsekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), ist neuer Vatikan-Vertreter beim Europarat. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am Samstag zu seinem Sondergesandten und Ständigen Beobachter bei dem in Straßburg ansässigen Rat. Vor seiner Tätigkeit im CCEE-Sekretariat war Giordano Gemeindepriester in seiner norditalienischen Heimat sowie Dozent für Theologie. CCEE-Präsident ist derzeit der ungarische Kardinal Peter Erdö.

Professor Stefan Schieren (44), kommissarischer Leiter der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, hat den kirchlichen Träger um Entbindung von der Interimsleitung der Hochschule zum 30. Juni gebeten. Grund seien „unterschiedliche Auffassungen über die konkrete Gestaltung der Übergangszeit bis zur Wahl eines neuen Präsidenten“, teilten Universität und Bistum Eichstätt am Samstag mit. Der Politikwissenschaftler war seit 2005 Vizepräsident der Universität. Seine Amtszeit endete regulär am 31. Mai. Schieren, der der Hochschule seit 1. April übergangsweise vorsteht, war der Mitteilung zufolge für die rasche Neuwahl eines Vizepräsidenten. Bischof Gregor Maria Hanke halte dies für eine „unangemessene Vorgabe“ für den künftigen Präsidenten. Er wolle, dass die Leitung der Hochschule als Ganzes demokratisch neu legitimiert werde. Hanke dankte Schieren für dessen Engagement und äußerte angesichts der „ungewöhnlichen Belastungen der vergangenen Wochen“ Verständnis für die Entscheidung. Der Bischof will dem Hochschulrat bei dessen nächster Sitzung am 30. Juni einen geeigneten Kandidaten für die Interimsleitung benennen. Dazu werde die kirchliche Trägerstiftung unverzüglich Gespräche mit dem Vorsitzenden des Hochschulrates, Professor Helmut Altner, aufnehmen, kündigte er an. Die Verfassung der einzigen katholischen Universität im deutschen Sprachraum setzt eine kirchliche Bestätigung des gewählten Präsidenten voraus. Am 7. Mai hatte Hanke den im Januar zum Präsidenten gewählten Religionspädagogen und Manager Ulrich Hemel wegen mangelnden Vertrauens abgewiesen. Knapp zwei Wochen später teilte das Bistum mit, auch das Auswahlverfahren, das zur Nominierung Hemels führte, habe „erhebliche Mängel aufgewiesen“.

Ulrich Vollmer (50), stellvertretender Bundesvorsitzender des Kolpingwerks Deutschland, ist neuer Bundessekretär des katholischen Sozialverbands. Er tritt die Nachfolge des im April verstorbenen Bernhard Hennecke an, der das Amt erst seit März 2007 innehatte. Der Kolping-Bundesvorstand wählte nach Verbandsangaben Vollmer am Samstag in Bonn für die Dauer von acht Jahren. Den Vize-Vorsitz des Verbands hatte Vollmer, der seit 30 Jahren beim Bistum Münster beschäftigt ist, ehrenamtlich ausgeübt.

Jakob Paul Eckerstorfer (34), Prämonstratenser-Chorherr aus dem oberösterreichischen Stift Schlägl, ist mit Wirkung vom 1. September 2008 zum neuen Diözesanjugendseelsorger der Diözese Linz bestellt worden. Der Oberösterreicher trat 1995 ins Stift Schlägl ein und wurde nach dem Theologiestudium 2003 in Wien zum Priester geweiht. Seither war Eckerstorfer Pfarr-Kooperator in Aigen im Mühlkreis und Religionslehrer. Eckerstorfer möchte „priesterlicher Wegbegleiter und ein Dolmetscher der Begeisterung“ für alle Jugendlichen der Diözese sein.

Pfarrer Josef Voß (54) wird neuer Regionaldekan in der Bistumsregion Aachen-Stadt. Das teilte die Diözese am Freitag in der Karlsstadt mit. Der Geistliche kündigte an, er wolle „die Basis stark machen“. In der Förderung des Ehrenamts sehe er eine entscheidende Zukunftsfrage der Kirche. Als wichtige Seelsorgethemen bezeichnete Voß auch die hohe Arbeitslosigkeit in Aachen, das Zusammenleben der Kulturen und Religionen, der Rechtsextremismus und die wachsende Familienarmut.

Karoline Mayer (65), aus Deutschland stammende und in Chile lebende Ordensschwester, hat am Sonntag in Bad Honnef die Kardinal-Frings-Medaille erhalten. Damit werde ihr großes soziales Engagement in Lateinamerika gewürdigt, das sich an christlichen Werten orientiere, sagte der Kölner Dompropst Norbert Feldhoff bei der Preisverleihung im Katholisch-Sozialen Institut (KSI). Die 1943 nahe Eichstätt geborene Ordensfrau arbeitet in einem Armenviertel von Santiago de Chile. 1973 gründete sie die Schwesterngemeinschaft „Communidad de Jesus“ und 1990 das Sozialwerk „Fundacion Cristo Vive“. Das Engagement der Schwestern sei vorbildlich, sagte der frühere KSI-Direktor Joachim Sikora in seiner Laudatio. Sie hatten zahllose Hilfsinitiativen angestoßen. Das sei im Sinne des Namensgebers der Auszeichnung, Kardinal Josef Frings (1887–1978), der von 1942 bis 1969 Erzbischof von Köln war und 1947 das KSI gründete. Der Einsatz der Schwestern entspreche auch seinem Leitspruch „Für die Menschen bestellt“. Mit der „Fundacion Cristo Vive“ sei ein großes Sozialwerk entstanden, das Gesundheitszentren, Kindergärten, Beratungsstellen und berufliche Ausbildungsstätten für arme Menschen betreibe. Die in diesem Jahr mit 5 000 Euro versehene Kardinal-Frings-Medaille, die sonst undotiert ist, wird zum sechsten Mal vergeben.