Personalien

Polens Primas Jozef Glemp (78) ist zum 25. Jahrestag seiner Kardinalserhebung mit einem Festakt geehrt worden. Staatspräsident Lech Kaczynski, der Nuntius in Warschau, Erzbischof Jozef Kowalczyk, sowie der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Jozef Michalik, würdigten am Mittwochabend im Warschauer Nationaltheater Glemps Verdienste. Kaczynski sagte, er habe Hochachtung vor dem Beitrag des Primas zum Sturz des Kommunismus. Dabei verwies er auf Glemps Vermittlerrolle zwischen der Freiheits- und Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc und der früheren kommunistischen Staatsführung. Der Festakt fand im Rahmen der Vollversammlung der Bischofskonferenz statt. Auf Wunsch von Glemp gab es eine Ballett-Aufführung und ein Konzert. Der damalige Erzbischof von Warschau und Gniezno (Gnesen) war am 2. Februar 1983 von Papst Johannes Paul II. ins Kardinalskollegium aufgenommen worden. Von 1981 bis 2004 leitete er die Bischofskonferenz. In den 1980er Jahren setzte sich der Primas für die Freilassung politischer Gefangener ein. Besonders drängte er auf ein Ende der Internierung des Solidarnosc-Chefs und späteren Staatspräsidenten Lech Walesa.

Stephan Turnovszky, (43) Pfarrer von Baden-Leesdorf, ist am Donnerstag zum Weihbischof für das Erzbistum Wien ernannt worden. Kardinal Christoph Schönborn sagte in einer ersten Reaktion: „Ich bin sehr froh, dass ein guter Seelsorger als neuer Weihbischof für Wien ernannt worden ist“. Mit der Ernennung Turnovszkys gehe die „Verjüngung“ des österreichischen Episkopats zielbewusst weiter. Stephan Turnovszky wurde am 21. Juni 1964 als erstes von drei Kindern seiner Eltern geboren. Er wuchs in Wien-Döbling auf und besuchte dort ein humanistisches Gymnasium. Nach der Matura studierte er an der Technischen Universität Wien Technische Chemie. Seit 1987 ist er aktives Mitglied des Malteser Hospitaldienstes Austria (MHDA) und nahm auch mehrmals an der Lourdes-Wallfahrt mit behinderten Menschen teil. Als Chemiker war er zweieinhalb Jahre im Bezirk Melk tätig, bis er seiner Berufung zum Priestertum folgte und 1992 ins Wiener Priesterseminar eintrat. Sein Externjahr verbrachte er 1994/95 in Toulouse. Nach dem Diakonatsjahr in der Pfarre Perchtoldsdorf wurde er am 29. Juni 1998 von Kardinal Christoph Schönborn im Stephansdom zum Priester geweiht. Seit 1. September 2005 ist er Pfarrer von St. Josef in Baden-Leesdorf. In St. Josef leitet er eine überaus vitale Pfarrei, die Jugend ist besonders stark ins Pfarrleben einbezogen. Seit 2001 ist Pfarrer Turnovszky auch Mitglied des Priesterrats der Erzdiözese Wien. Zeitgleich mit der Ernennung von Stephan Turnovszky hat Papst Benedikt XVI. auch das Rücktrittsgesuch von Weihbischof Helmut Krätzl angenommen. Der am 23. Oktober 1931 geborene Weihbischof hatte zu seinem 75. Geburtstag im Jahr 2006, wie vom Kirchenrecht vorgesehen, seinen Rücktritt eingereicht.

Stephan Ackermann (44), Trierer Weihbischof, ist neuer Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden). Die Kommission wählte Ackermann bei ihrer Frühjahrssitzung als Nachfolger von Reinhard Marx (54), teilte Justitia et Pax am Montag in Bonn mit. Aufgrund seiner neuen Aufgaben als Erzbischof von München hatte Marx das Amt des Vorsitzenden niedergelegt. Ackermann ist Mitglied der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, sowie der Kommission Wissenschaft und Kultur und der Unterkommission für wissenschaftliche Aufgaben im Bereich Weltkirche. Seit 2006 wirkt er in der Kommission Justitia et Pax mit. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax ist eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken zur Förderung von Entwicklung, Menschenrechten und Frieden.

Heinz Otto Luthe, ehemaliger Vizepräsident der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, wird am Dienstag 70 Jahre alt. Der gebürtige Kölner lehrte ab 1977 Soziologie in Eichstätt und war später zeitweise Leiter der Geschichtswissenschaftlichen Fakultät. Von 1996 bis zu seiner Emeritierung 2003 hatte er das Amt des Vizepräsidenten inne. Für seine Verdienste wurde er mit dem Komturkreuz des päpstlichen Sylvesterordens geehrt.