Personalien

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Odilo Lechner (86), (Foto: KNA) Münchner Benediktiner und einer der bekanntesten Ordensleute Deutschlands, ist tot. Lechner starb nach Mitteilung seines Klosters am frühen Freitagmorgen. Bereits mit 33 Jahren übernahm er 1964 die Leitung der Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs. Bei seinem Ausscheiden 2003 war er der dienstälteste Benediktinerabt weltweit. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx wird am kommenden Donnerstag im Liebfrauendom eine feierliche Totenmesse halten. Anschließend wird der Verstorbene in Sankt Bonifaz beigesetzt. Lechner wurde als einfühlsamer Seelsorger, Ästhet und Kunstförderer geschätzt. Besonders verbunden fühlte er sich mit dem Komponisten Carl Orff, der auf dem Heiligen Berg in Andechs begraben ist. Zur Pflege seines kulturellen Erbes ließ der Abt den Florian-Stadl zu einem Konzerthaus umbauen, wo 1998 bis 2015 jährlich Festspiele zu Orffs Ehren stattfanden. Für sein Wirken erhielt der Ordensmann hohe kirchliche, staatliche und wissenschaftliche Auszeichnungen. Lechner verfasste etliche Bücher, von denen einige Bestseller wurden. Zuletzt erschien im vergangenen Monat der Titel „Engel an meiner Seite“. Der Sohn eines Münchner Bankbeamten machte 1949 sein Abitur am Gymnasium der Benediktinerabtei Metten und studierte dann Philosophie und Theologie in München, Innsbruck und Würzburg. 1952 trat Hans Helmut Lechner ins Kloster ein und erhielt seinen Ordensnamen Odilo. Die Priesterweihe folgte 1956. In Würzburg erwarb er einen Doktortitel in Philosophie. Eine der ersten Aufgaben für den jungen Abt war der Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Klosters Sankt Bonifaz. Starken Einfluss nahm Lechner auf die Umgestaltung des Innenraums der Basilika. Seit Anfang der 1990er Jahre förderte er das Engagement einiger Mitbrüder für wohnungslose Menschen. Es mündete in den Neubau eines 2001 eingeweihten Hauses, in dem ihnen heute Duschen, eine Arztpraxis und eine Essensausgabe zur Verfügung stehen. Die enge Verbundenheit des Verstorbenen mit obdachlosen Menschen kommt auch in den Trauerfeierlichkeiten zum Ausdruck. Wie das Kloster mitteilte, sollen sie anstelle einer Bewirtung im Anschluss an die Beerdigung zu einem späteren Zeitpunkt „zu einem Festmahl eingeladen werden“. Statt Kranz- und Blumenspenden bittet die Abtei um Spenden für ihre Obdachlosenarbeit.