Personalien

Hildesheims Bischof Norbert Trelle ist in den Ruhestand getreten. Papst Franziskus hat sein Rücktrittsgesuch angenommen, wie der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eteroviæ, am Samstag im Rahmen eines Dankgottesdienstes im Hildesheimer Dom bekanntgab. Nikolaus Schwerdtfeger (68), seit fast 22 Jahren Weihbischof im Bistum Hildesheim, ist neuer Übergangsleiter der niedersächsischen Diözese. Das Domkapitel wählte Hildesheims dienstältesten Weihbischof zum Diözesanadministrator, wie die Diözese am Dienstag mitteilte. Damit leitet er bis zum Amtsantritt eines Nachfolgers von Bischof Norbert Trelle das Bistum Hildesheim. Trelle hatte am 5. September die Altersgrenze von 75 Jahren erreicht, bei der Bischöfe dem Papst laut Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten müssen. Nach dem Gottesdienst feierten Trelle und seine Zwillingsschwester Gisela mit einem von mehreren hundert Menschen besuchten Fest auf dem Domhof. Zu den Gästen zählten auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU). Mit Annahme des Rücktritts ist Trelles Amtszeit sofort beendet. Auch Generalvikar Heinz-Günter Bongartz ist damit nicht mehr im Amt. Das Domkapitel muss nun innerhalb von acht Tagen einen Diözesanadministrator wählen, der das Bistum bis zur Neubesetzung des Bischofsstuhls übergangsweise verwaltet. Er hat die Rechte und Pflichten eines Diözesanbischofs, darf aber keine Entscheidungen grundsätzlicher Art treffen, die einen neuen Bischof langfristig binden würden. Trelle wurde am 5. September 1942 als Sohn eines Architekten in Kassel geboren. Die Familie zog 1958 nach Bonn. Dort und in Innsbruck studierte Trelle Theologie. 1968 empfing er im Kölner Dom die Priesterweihe und wirkte unter anderem als Pfarrer in Wuppertal. 1992 wurde er Weihbischof im Erzbistum Köln, seit 2006 ist er Bischof von Hildesheim. Seit 2011 war er stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Der italienische Titularerzbischof Leopoldo Girelli (64) wird neuer Nuntius in Israel sowie Päpstlicher Entsandter in Jerusalem und Palästina. Der Vatikandiplomat wurde am 13. September von Papst Franziskus zum Nachfolger des im August aus dem Amt geschiedenen Italieners Giuseppe Lazzarotto (75) berufen, wie die Nuntiatur in Israel mitteilte. Girelli wurde am 13. März 1953 in Predore in der italienischen Provinz Bergamo geboren und 1978 in die Diözese Bergamo inkardiniert. 2006 ernannte ihn Papst Benedikt zum Titularerzbischof von Capri. Der promovierte Theologe und Kirchenrechtler trat 1987 in den diplomatischen Dienst des Vatikans und wirkte als Nuntius von Indonesien, Singapur und Osttimor sowie als Päpstlicher Gesandter in Malaysia und Brunei. Seit 2011 war Girelli erster Nuntius im Verband der Südostasiatischen Nationen (ASEAN) sowie Vertreter des Heiligen Stuhls in Vietnam im Status eines nichtresidierenden Sondergesandten.

Der emeritierte italienische Kurienkardinal Velasio De Paolis (81) ist tot. Er starb am Samstagmorgen, wie der Vatikan mitteilte. Als ehemaliger Leiter der vatikanischen Wirtschaftspräfektur hatte der Italiener von 2008 bis zu seiner Pensionierung 2011 die Buchführung der vatikanischen Behörden überwacht und Bilanzen erstellt. Zuvor war der am 19. September 1935 bei Latina in der Nähe von Rom geborene De Paolis als Kirchenjurist tätig. Vor seiner Bischofsweihe im Jahr 2004 lehrte De Paolis Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Urbaniana. 2010 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zu seinem Sonderbeauftragten für die Ordensgemeinschaft „Legionäre Christi“; im selben Jahr nahm ihn der Papst in das Kardinalskollegium auf.

Kurz vor seinem 100. Geburtstag ist der französische Theologe und Lourdes-Experte Rene Laurentin (99) am Montag in Evry gestorben, wie „Radio Vatikan“ meldet. Laurentin, 1917 in Tours geboren, war Theologe, Historiker und als solcher auch Berater (Peritus) beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–65). Bekannt ist Laurentin, der unter anderem an Universitäten in Italien und USA gearbeitet hat, als Experte für die Marienerscheinungen in Lourdes. Über das Leben der heiligen Bernadette Soubirous (1844–1879) veröffentlichte er ein siebenbändiges Werk. Zudem war er Mitglied der päpstlichen Internationalen Theologenkommission und der französischen Redaktion der internationalen theologischen Zeitschrift Concilium.