Personalien

Rolf Lohmann (54), (Foto: IN) Wallfahrtsrektor von Deutschlands zweitgrößtem Pilgerort Kevelaer am Niederrhein, wird neuer Weihbischof im Bistum Münster. Papst Franziskus ernannte ihn am Dienstag, wie der Vatikan und die Diözese bekanntgaben. Der Domkapitular werde künftig die Bistumsregion Niederrhein mit Sitz in Xanten leiten, erläuterte Münsters Bischof Felix Genn vor Journalisten. Ein Datum für Lohmanns Bischofsweihe stehe noch nicht fest, doch solle sie möglichst noch vor den Sommerferien stattfinden. Lohmann folgt auf Weihbischof Wilfried Theising (54), der seit Januar den niedersächsischen Teil des Bistums Münster, den Offizialatsbezirk Oldenburg, leitet. Als Titularbistum erhält Lohmann den untergegangenen Bischofssitz Gor, eine antike Stadt im heutigen Tunesien. Genn gratulierte Lohmann zu dem Vertrauen, das der Papst in ihn setze. Zugleich dankte er Franziskus für die Entscheidung. Der Papst sei bei allen Ernennungen von Weihbischöfen in den vergangenen Jahren den Dreierlisten gefolgt, die aus dem Bistum Münster an Rom gesandt worden seien. Lohmann sprach von einem „ganz besonderen Tag“ für ihn. Auch er dankte dem Papst für das in ihn gesetzte Vertrauen. Zudem bekundete er Dankbarkeit gegenüber Genn, der ihn 2011 zum Rektor der Wallfahrt in Kevelaer ernannt hatte. Dieses Amt habe er mit großer Leidenschaft ausgeübt. Er gehe den vor ihm liegenden Weg gerne, erklärte Lohmann. Es sei aber auch nicht einfach, sagte er mit Blick auf das 375-Jahr-Jubiläum der Kevelaer-Wallfahrt, das Ende Mai und Anfang Juni mit einer Festwoche begangen wird. Darauf habe er sich schon sehr gefreut. „Jetzt kommt alles anders“, so der ernannte Weihbischof. Besonders am Herzen liege ihm die Nähe zu den Menschen. Die Wallfahrt sehe er als Zukunft der Kirche. So sei eine Renaissance des Pilgerns zu erleben, zu der er auch in seiner neuen Funktion beitragen wolle. Lohmann wurde am 21. Februar 1963 in Hamm geboren. Er studierte Theologie und Philosophie in Münster und München. Nach der Priesterweihe 1989 in Münster war er Kaplan in Coesfeld und Billerbeck, ab 1997 Pfarrer in Lippetal-Herzfeld. Er war Rektor der dortigen Sankt-Ida-Wallfahrt, die zu den ältesten Wallfahrten im Bistum Münster gehört. Im Januar 2011 wurde er Rektor der Wallfahrt in Kevelaer; es ist nach dem bayerischen Altötting der zweitgrößte deutsche Wallfahrtsort. Zum dortigen Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ pilgern jährlich rund 800 000 Menschen. Dem Domkapitel in Münster gehört Lohmann seit 2007 an. Mit Lohmann hat das Bistum jetzt wieder fünf Weihbischöfe. Münster ist mit etwa 1,92 Millionen Katholiken Deutschlands zweitgrößte Diözese. Das an die Niederlande angrenzende und bis an die Nordsee reichende Bistum ist auf einer Fläche von 15 000 Quadratkilometern in fünf Regionen gegliedert.

Die Äbtissin der Zisterzienserinnen-Abtei Sankt Marienstern, Philippa Kraft (41), ist nach gut fünf Amtsjahren zurückgetreten. Sie habe für ihre Entscheidung persönliche Gründe angeführt, teilte das Kloster am Dienstag im sächsischen Panschwitz-Kuckau mit. Generalabt Mauro-Giuseppe Lepori habe den Verzicht angenommen und Gabriela Hesse als Priorin Administratorin für ein Jahr eingesetzt. Kraft war seit September 2011 Äbtissin des traditionsreichen Klosters, das seit 1248 seinen Sitz in der sorbischen Oberlausitz hat.