Personalien

Der italienische Kurienkardinal Attilio Nicora, eine der prägenden Persönlichkeiten im vatikanischen Wirtschafts- und Finanzsektor, ist tot. Nicora starb am Samstag im Alter von 80 Jahren in Rom, wie italienische Medien berichteten. Er war von 2002 bis 2011 Präsident der vatikanischen Güterverwaltung (Apsa) und anschließend bis 2014 Leiter der damals neu geschaffenen vatikanischen Finanzaufsichtsbehörde AIF. Im Januar 2015 ernannte Papst Franziskus Nicora zu einem von acht Mitgliedern eines neues vatikanischen Gremiums, das Missbrauchsverfahren an der Glaubenskongregation beschleunigen soll. Franziskus würdigte Nicora in einem Beileidstelegramm als „strengen und weitsichtigen Präsidenten“ der vatikanischen Güterverwaltung und der Finanzaufsicht. Zudem erinnerte der Papst an dessen maßgebliche Rolle bei der Revision des Konkordats mit Italien 1984. Nicora gilt als Erfinder des italienischen Systems der Kirchenfinanzierung durch eine Pflichtabgabe, die der Steuerzahler wahlweise der katholischen Kirche, anderen religiösen Gemeinschaften oder der staatlichen Wohlfahrt zugute kommen lassen kann. Nicora, am 16. März 1937 im norditalienischen Varese geboren, wurde 1964 Priester und erhielt 1977 die Bischofsweihe. Von 1992 bis 1997 stand er an der Spitze der norditalienischen Diözese Verona. Danach war der erfahrene Jurist als „Rechtsdelegierter“ beim Präsidium der Italienischen Bischofskonferenz tätig. Nicora galt als Kenner der komplizierten Rechtsfragen zwischen der Republik Italien und dem Vatikan. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Revision des italienischen Konkordats im Jahr 1984. Als Präsident der Güterverwaltung hatte Nicora im Januar 2011 zunächst zusätzlich die Leitung der AIF übernommen, deren Aufgabe die Kontrolle aller Geldflüsse im Vatikan ist. Die gemeinsame Ausübung beider Ämter führte jedoch zu einer Interessenkollision, da Nicora als Leiter der Finanzaufsichtsbehörde auch die Apsa kontrollieren musste. Daraufhin gab er die Leitung der Apsa ab.

Kurienkardinal Marc Quellet, Präfekt der Bischofskongregation im Vatikan, eröffnet am 1. Mai die Wallfahrtszeit in Kevelaer. Gemeinsam mit Münsters Bischof Felix Genn wird er um 10 Uhr einen Gottesdienst in dem niederrheinischen Marienwallfahrtsort feiern, wie die Wallfahrtsleitung am Donnerstag in Kevelaer mitteilte. Zuvor werde er mit drei symbolischen Hammerschlägen und den in Deutsch, Lateinisch und Niederländisch gesprochenen Worten „Öffnet die Tore eures Herzens Christus, dem Erlöser“ das Pilgerportal der Marienbasilika öffnen.

Ein ungewöhnliches Rücktrittsgesuch hat der Bischof des süditalienischen Bistums Melfi bei Papst Franziskus eingereicht: Gianfranco Todisco bat laut italienischen Medienberichten darum, wieder als Missionar eingesetzt zu werden. Der Vatikan informierte am Freitag ohne Angabe von Gründen über die Annahme des vorzeitigen Rücktritts durch Papst Franziskus. Laut der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ wird der 71-jährige Ordensgeistliche, seit 2002 Bischof von Melfi-Rapolla-Venosa, künftig als Missionar in Honduras tätig sein. „Das wahre und einzige Motiv meines Rücktrittsgesuchs an Papst Franziskus war immer, dass ich gerne all meine Kraft in die Mission investieren will“, so Todisco am Freitag in einem Brief an die Gläubigen seines Bistums. Dem Zeitungsbericht nach hatte der Geistliche, der der italienischen Ordensgemeinschaft der Pii Operai Catechisti Rurali (POCR) angehört, dem Papst im November 2016 in einem Brief erläutert, dass er seiner Berufung als Missionar gerne auch „als einfacher Priester“ wieder folgen würde. Im Dezember soll Franziskus den Ordensmann daraufhin angerufen haben, um zu wissen, ob er immer noch bereit sei, wieder ins Ausland zu gehen – Todisco war vor seiner Ernennung zum Bischof 21 Jahre lang Missionar.

Die Berliner katholische Studierendengemeinde Edith Stein hat einen neuen Pfarrer. Dominikanerpater Max Cappabianca (45) wurde am Sonntag in der Sankt-Augustinus-Kirche (Dänenstraße 17/18) eingeführt. Cappabianca wurde in Frankfurt/Main als Sohn italienischer Eltern geboren. Seit 1996 gehört er dem Dominikanerorden an. Zuletzt arbeitete er in Rom unter anderem bei Radio Vatikan (2006–2009) und in der Ostkirchenkongregation des Vatikan (2009–2016).