Personalien

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Kardinal Attilio Nicora, von 2002 bis 2011 Präsident der vatikanischen Güterverwaltung (Apsa), wird am Donnerstag 80 Jahre alt. Anschließend war er von 2011 bis 2014 Leiter der damals neu geschaffenen vatikanischen Finanzaufsichtsbehörde AIF. Im Januar 2015 ernannte Papst Franziskus Nicora zu einem von acht Mitgliedern eines neues Vatikan-Gremiums, das Missbrauchsverfahren an der Glaubenskongregation beschleunigen soll. Nicora stand seit 2002 an der Spitze der Güterverwaltung; im Januar 2011 hatte er zusätzlich die Leitung der AIF übernommen, deren Aufgabe die Kontrolle aller Geldflüsse im Vatikan ist. Die gemeinsame Ausübung beider Ämter hatte später zu einer Interessenkollision geführt, da Nicora als Leiter der Finanzaufsichtsbehörde auch die Apsa kontrollieren musste. Nicora, am 16. März 1937 im norditalienischen Varese geboren, wurde 1964 Priester und erhielt 1977 die Bischofsweihe. Von 1992 bis 1997 stand er an der Spitze der norditalienischen Diözese Verona. Danach war der erfahrene Jurist als „Rechtsdelegierter“ beim Präsidium der Italienischen Bischofskonferenz tätig. Nicora gilt als Kenner der komplizierten Rechtsfragen zwischen der Republik Italien und dem Vatikan. Mit dem Erreichen der Altersgrenze scheidet Nicora aus dem Kreis der Papstwähler aus. Damit wären derzeit noch 117 der 225 Mitglieder des Kardinalskollegiums zur Papstwahl berechtigt.

Kardinal Ricardo Blazquez Perez (74) (Foto: IN), Erzbischof von Valladolid, bleibt Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz. Die spanischen Bischöfe bestätigten ihn bei ihrer Vollversammlung in Madrid für eine weitere dreijährige Amtszeit. Zu seinem Stellvertreter wurde Kardinal Antonio Canizares Llovera (71) von Valencia bestimmt. Blazquez ist seit 2014 Vorsitzender der spanischen Bischöfe. Bereits von 2005 bis 2008 hatte er den Vorsitz inne. 2015 nahm ihn Papst Franziskus ins Kardinalskollegium auf. Blazquez wurde 1942 in Villanueva de Campillo in der Provinz Avila geboren. Nach seinem Eintritt ins Priesterseminar studierte er in Avila, Rom und in Deutschland Theologie. 1967 zum Priester geweiht, wirkte er anschließend als Professor, Dekan und schließlich Vizerektor der Päpstlichen Universität Salamanca. 1987 wurde Blazquez Weihbischof in Santiago de Compostela, 1991 Bischof von Palencia und 1995 von Bilbao. Papst Benedikt XVI. (2005–2013) bestellte ihn 2010 zum Erzbischof von Valladolid.

Der frühere Bischof von Galway, Eamonn Casey, ist tot. Er starb irischen Medienberichten zufolge am Montagnachmittag im Alter von 89 Jahren nach langer Krankheit. Casey stand in den frühen 90er Jahren im Zentrum eines Skandals: Er musste 1993 von seinem Amt zurücktreten, nachdem irische Medien enthüllten, dass er einer in den USA lebenden Frau Alimente für einen 1974 geborenen gemeinsamen Sohn zahlen musste. Der Bischof zog sich in der Folge für Missionsarbeit nach Ecuador zurück und arbeitete später in südenglischen Gemeinden. 2006 kehrte er in sein Heimatland zurück, wo er am Montag in einem Pflegeheim verstarb. Der 1927 im südwestirischen Firies geborene Casey wurde 1969 Bischof von Kerry und 1979 Bischof von Galway und Kilmacduagh. Ein Höhepunkt seiner Amtszeit war die Organisation des Besuchs von Papst Johannes Paul II. in Galway 1979.

Das Opus Dei hat einen neuen Regionalvikar für Österreich. Robert Weber (40) wurde vom Prälat des Opus Dei, Fernando Ocariz, zum Nachfolger von Ludwig Juza (60) ernannt, gab die Pressestelle der Prälatur am Dienstag bekannt. Der aus Vorarlberg gebürtige Jurist, Theologe und Priester war zuletzt in Wien in der Jugend-, Studenten- und Lehrlingspastoral des Opus Dei tätig. In einer ersten Stellungnahme bedankte sich Weber für den Einsatz seines Vorgängers Juza, der seit 2008 Regionalvikar war. Er kündigte zudem an, sich für eine Stärkung der von Papst Franziskus betonten Dynamik des Aufbruchs einsetzen zu wollen. Die Neuevangelisierung solle besonders durch das frohe Zeugnis der Christen sowie durch tätige Sorge um den Mitmenschen gefördert werden. Dazu brauche es lebendige Formen der Glaubensvermittlung, eine Neuentdeckung der Kunst des Betens und kompetente Ansprechpartner in Glaubensfragen, so Weber. Weber wurde 1977 in Bregenz geboren, besuchte in Dornbirn die Schule und lernte hier schon als Jugendlicher das Opus Dei kennen. Als 18-Jähriger schloss er sich der Seelsorgeeinrichtung an, übersiedelte für das Bundesheer und sein Jurastudium nach Wien und wirkte dort in der Leitung des vom Opus Dei betreuten Jugendclubs „Delphin“.

Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer wird mit einer der bedeutendsten kirchlichen Auszeichnungen in Österreich, der „Kardinal Opilio Rossi-Medaille“, geehrt. Die Laudatio für den Politiker wird der Linzer Bischof Manfred Scheuer halten. Die „Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände“ vergibt die „Kardinal Opilio Rossi-Medaille“, die den Namen des einstigen Apostolischen Nuntius in Österreich und Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Laien trägt, alljährlich für „herausragende Leistungen im Sinne des wohlverstandenen Laienapostolats“ zur „Gestaltung der Gesellschaft aus christlicher Verantwortung“.